Weiße und blaue Hemden mit dem saarländischen Wappen der Polizei. (Foto: dpa/Oliver Dietze)

"Wer gute Leute haben will, muss schneller sein"

  25.10.2019 | 10:53 Uhr

Zu zäh und nicht mehr zeitgemäß: Für die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) ist das Auswahlverfahren für Polizeianwärter im Saarland reformbedürftig. Im Bundesvergleich dauere die Auswertung der Prüfungen hierzulande am längsten, sagte der Landesvorsitzende Sascha Alles. Das führe zu Problemen.

In den vergangenen Jahren habe das gesamte Verfahren, das in der Regel mit dem Sporttest im November beginne und eine ärztliche Tauglichkeitsuntersuchung sowie den schriftlichen und mündlichen Auswahltest beinhalte, über ein halbes Jahr gedauert. „Das kann und darf nicht so weitergehen, denn andere Bundesländer sind deutlich schneller. Gerade im Südwesten macht uns das große Probleme, denn Auswahlverfahren, die in wenigen Tagen oder Wochen in Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg durchgeführt werden, bedeuten einen deutlichen Vorsprung gegenüber dem saarländischen Langzeitverfahren“, sagte der DPolG-Landesvorsitzende Sascha Alles.

Schlusslicht im Bundesvergleich

Das Saarland sei nicht nur in der Besoldung Schlusslicht in Deutschland, sondern habe auch bundesweit das längste Auswahlverfahren aller Länder bei der geringsten Gesamteinstellungszahl im Ländervergleich. Konkret kritisiert Alles, dass das schriftliche Verfahren immer noch komplett auf Papier stattfinde. Die händische Auswertung der Tests sei sehr zeitintensiv. Auch im mündlichen Auswahlverfahren herrsche großer Nachbesserungsbedarf.

Hier sieht die Gewerkschaft die Landesregierung in der Pflicht. Denn laut Alles betreffen Auswahlverfahren alle Bereiche des öffentlichen Dienstes. Eine Beschleunigung und Professionalisierung sei dringend notwendig. „Wer gute Leute haben will, muss heutzutage schneller sein“, sagte Alles.

Mehr als 900 Bewerber

Positiv sehen sowoh die DPolG als auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die hohe Bewerberzahl in diesem Jahr. Mit über 900 Bewerbungen liege die Zahl um 50 Prozent höher als noch vor einem Jahr, sagte der GdP-Landesvorsitzende David Maß. Mitverantwortlich dafür sei auch die vom Innenministerium initiierte Werbeoffensive für den Vollzugsdienst der saarländischen Polizei.

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