Das neue Denkmal "Band der Erinnerung" an der Synagoge Saarbrücken (Foto: Markus Person / SR)

Neues Denkmal soll an Opfer des Holocausts erinnern

Martin Brinkmann / Onlinefassung: Rebecca Wehrmann   04.09.2022 | 19:51 Uhr

Am Sonntag ist vor der Saarbrücker Synagoge das Denkmal „Band der Erinnerung“ eingeweiht worden. Die rund acht Meter lange Skulptur aus Edelstahl soll an die saarländischen Jüdinnen und Juden erinnern, die während des Holocaust ermordet wurden. Außerdem wurde die Fläche in „Platz der Erinnerung“ umbenannt.

Am Sonntag war der offizielle Tag des kulturellen, jüdischen Lebens – und passend zu dieser Gelegenheit wurden sowohl der „Platz der Erinnerung“ als auch eine neue Metallskulptur, die den Namen „Band der Erinnerung“ trägt, eingeweiht.

Video [aktueller bericht am Sonntag, 04.09.2022, Länge: 1:53 Min.]
Neues Denkmal für Holocaustopfer in Saarbrücken eingeweiht

Beides befindet sich auf dem Platz vor der Saarbrücker Synagoge am Beethovenplatz. Bei der feierlichen Zeremonie waren unter anderem Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) und Ricarda Kunger von der Synagogengemeinde Saar vor Ort.

„Zeichen gegen Hass, Ausgrenzung und Faschismus“

Die neue Skulptur der Künstlergruppe „Mannstein und Vill“ zeigt die Namen und Geburtsdaten der fast zweitausend Juden, die im Saarland während des Holocausts ermordet wurden. Sie soll zugleich erinnern und mahnen.

„Wir setzen ein Zeichen gegen Hass, Ausgrenzung und Faschismus in unserer Stadt“, sagte der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) bei der Feierlichkeit.

Das neue Denkmal "Band der Erinnerung" an der Synagoge Saarbrücken (Foto: Markus Person / SR)
Das neue Denkmal "Band der Erinnerung" an der Synagoge Saarbrücken zeigt die Namen und Geburtsdaten der Opfer des Holocausts

Gefahr rechtsextremer Gewalt nicht gebannt

Alle Redner des Festaktes wiesen darauf hin, dass die heutigen Generationen zwar keine Schuld an den NS-Gräueltaten hätten, wohl aber die Verantwortung, Ähnliches künftig zu verhindern. Die Gefahr rechtsextremer Gewalt sei auch aktuell nicht komplett gebannt.

„Wir empfehlen unseren Mitgliedern keine Kippa zu tragen, wenn der Gottesdienst vorbei ist. Wir haben immer noch verschlossene Türen“, so Ricarda Kunger; Vorsitzende der Synagogengemeinde Saar.

Schautafel zum Holocaust

Es gehe den Juden im Saarland aber vergleichsweise gut, aufgrund der kurzen Wege, und den Verbindungen in Öffentlichkeit und Politik. Es sei im Gegensatz zu manch anderen Städten in Deutschland hier „fast alles okay“.

Eine Schautafel auf dem Platz gibt Informationen zum Holocaust im Saarland. Das Ensemble wurde von der Landeshauptstadt und dem Land errichtet.

Über dieses Thema hat auch die SR Fernsehsendung "aktueller bericht" am 04.09.2022 berichtet.

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