Der noch leerstehende Sitz von Praktiker in Kirkel (Foto: Imago/Becker&Bredel)

25 Mio. Euro für Kirkeler Polizei-Großstandort

Patrick Wiermer / Onlinefassung: Sandra Schick   25.04.2019 | 19:23 Uhr

In Kirkel entsteht derzeit das nächste Großprojekt der saarländischen Polizei. Auf dem ehemaligen Praktiker-Gelände werden verschiedene Dienststellen und Abteilungen der Polizei zusammengelegt. Am Donnerstag wurden die Detailplanungen in Saarbrücken vorgestellt.

Die neue Polizeizentrale in Kirkel soll acht Abteilungen mit insgesamt 430 Mitarbeitern beherbergen, darunter 240 Polizisten. Dazu soll die ehemalige Praktiker-Zentrale um- und ausgebaut werden. Moderne Räume für die Bereitschafts- und die Verkehrspolizei sollen ebenso enstehen wie Unterbringungsmöglichkeiten für die Hundestaffel. Nach den neuesten Plänen kommen noch fünf weitere Abteilungen hinzu, unter anderem der Polizeiliche Ordnungsdienst, die zentrale Auswertungsstelle und das Kraftfahrwesen.

Video [aktueller bericht, 25.04.2019, Länge: 1:53 Min.]
Ehemaliges Praktikergelände in Kirkel soll Polizei-Standort werden

Rund 25 Millionen Euro Investition

Im Gegenzug werden die Standorte auf dem Wackenberg in Saarbrücken, in Dudweiler und in Bexbach aufgegeben. Insgesamt will das Innenministerium nach ersten Schätzungen rund 25 Millionen Euro in den Standort Kirkel investieren. Frühere Pläne für einen kleineren Standort waren noch von rund sieben Millionen Euro ausgegangen. Eine Sanierung der bestehenden Gebäude, beispielsweise auf dem Wackenberg, wäre laut Innenminister Klaus Bouillon (CDU) mittelfristig deutlich teurer geworden.

Gewerkschaft kritisiert Entfernung zu Saarbrücken

Die Gewerkschaft der Polizei im Saarland kritisiert die Zusammenlegung von acht Dienststellen auf dem neuen Polizeiareal in Kirkel. Der Landesvorsitzende David Maaß begrüßt auf SR-Anfrage zwar grundsätzlich den Bau moderner Einsatzräume, sieht aber Defizite aus polizeitaktischen Gründen. Da die meisten Einsätze in Saarbrücken stattfinden, ergeben sich Anfahrtszeiten von einer halben Stunde, die das Personal zusätzlich belasten. „In der Konsequenz brauchen wir mehr Personal“, sagte Maaß.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) sieht in den Plänen des Innenministeriums zwar einen guten Ansatz. Der Einsatzschwerpunkt der Bereitschaftspolizei liege jedoch im Bereich Saarbrücken und dem Regionalverband, so der Landesvorsitzende Sascha Alles. Kirkel liege aber eher im Randbereich. Aus Sicht der DPolG hätte sich eine Verlagerung innerhalb des Großraums Saarbrücken als sinnvoller erwiesen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 25.04.2019 berichtet.

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