Clown-Perücken an Karneval (Foto: dpa/Carmen Jaspersen)

Karnevalsvereine planen teilweise mit Absagen

Christine Pfeiffer / Onlinefassung: Sandra Schick   21.07.2020 | 19:45 Uhr

Im Sommer laufen bei den saarländischen Karnevalsvereinen normalerweise schon die Vorbereitungen für die kommende Saison. In diesem Jahr herrscht wegen Corona viel Unsicherheit. Einige Vereine haben sich bereits entschieden, die nächste Session ausfallen zu lassen.

Die Fastnacht 2020 war im Saarland wohl eines der letzten großen Ereignisse, das noch relativ sorglos und ohne Sicherheitsabstand gefeiert wurde. Dann kam Corona und alles wurde anders. Auch jetzt ist klar: Die kommende Session 2020/2021 wird wohl nicht so wie gewohnt gefeiert werden können.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die kommende Faasend
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 21.07.2020, Länge: 02:32 Min.]
Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die kommende Faasend

Beim größten saarländischen Karnevalsverein Verein "Mr sin nit so" geht man die kommende Session mit Optimismus an. Man nutzt den Sommer, um Werkstatt und Fundus auf Vordermann zu bringen. Nach den Sommerferien sollen auch die Garden wieder trainieren. Präsident Albert Kindel sagte dem SR, man plane "im Moment ganz normal". "Ich denke, wir werden Fastnacht feiern, vielleicht nicht in der Größenordnung, wie es jetzt im Moment auch geplant ist. Aber wir kriegen es hin."

Absagen aus Dudweiler

In Dudweiler hingegen hat der Karnevalsverein "Grüne Nelke" sich anders entschieden. Rathaussturm, Umzug und die drei Kappensitzungen, die das Team normalerweise durchführen, sollen ausfallen. Der Vereinspräsident Achim Schmidt nennt drei Gründe: "Unser Publikum im Saal gehört wohl überwiegend zur Risikogruppe. Zum zweiten ist unser Elferrat wahrscheinlich komplett in der Risikogruppe."

Der dritte Grund: Der Saal, in dem normalerweise mit 300 Menschen gefeiert wird, würde unter Coronabedingungen nur 55 Personen Platz bieten. "Da eine unbeschwerte Dudweiler Fastnacht feiern zu können, mit allem, was dazu gehört - mit Lachen, Singen, Schunkeln - das konnten wir uns nicht vorstellen", so Schmidt.

Verband will Mut machen

Der Karnevalsverband hingegen will Mut machen. Alle Kulturschaffenden suchten nach neuen Wegen, das müssten die Karnevalisten jetzt eben auch tun. Präsident Hans-Werner Strauß: "Man kann die Veranstaltung neu planen, man kann Veranstaltungen im Freien in Betracht ziehen."

In den nächsten Wochen will der Verband durchs Land reisen und mit den Vereinen in Sachen Corona ins Gespräch kommen. Denn die bewerten die Lage unterschiedlich: Die einen fordern kreative Lösungen - aus Liebe zur Fastnacht. Die anderen wollen aus genau demselben Grund dieses Mal lieber verzichten.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht vom 21.07.2020 berichtet.

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