Der Angeklagte sitzt beim Prozess um die tödliche Amokfahrt in Trier in Handschellen im Gerichtssaal des Landgerichts (Foto: picture alliance/dpa | Harald Tittel)

Angeklagter im Trierer Amokfahrt-Prozess soll in Psychiatrie

  11.08.2022 | 11:26 Uhr

Im Prozess um die mutmaßliche Amokfahrt in der Stadt Trier Ende 2020 plädiert die Verteidigung dafür, dass der Angeklagte in einer psychiatrischen Klinik untergebracht wird. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord und versuchten Mord vor und fordert eine lebenslange Haftstrafe.

Bei einer tödlichen Amokfahrt in Trier waren Ende Dezember fünf Menschen getötet worden, viele weitere wurden verletzt. Ein 77-Jähriger starb später an den Folgen der Tat.

Am Mittwoch hat nun die Verteidigung des mutmaßlichen Amokfahrers im Prozess um die Tat ihr Plädoyer verlesen. Sie beantragt, den Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Wie lange er dort untergebracht werden soll, ließ sie offen.

Angeklagter nur eingeschränkt schuldfähig

Die Verteidigung sprach sich gegen eine lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld aus. Beides hatte die Staatsanwaltschaft gefordert. Die Staatsanwaltschaft sprach sich zudem auch für eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus aus.

Für ihr Plädoyer bezog sich die Verteidigung auf das Gutachten eines Sachverständigen, nach dem der 52-Jährige an einer paranoiden Schizophrenie leide. Es sei bei ihm deshalb von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit auszugehen.

Staatsanwaltschaft geht von Mord aus

Die Staatsanwaltschaft wirft Bernd W. unter anderem fünffachen Mord und versuchten Mord in 18 Fällen vor. Er soll am 1. Dezember 2020 mit seinem Auto durch die Trierer Fußgängerzone gerast sein.

Der Angeklagte verzichtete auf sein Recht auf das letzte Wort. Das Urteil wird für den 16. August erwartet.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.08.2022 berichtet.

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