Die Pille danach (Foto: dpa)

Nachfrage nach "Pille danach" steigt

Anne Staut   13.08.2018 | 10:24 Uhr

Seit für die "Pille danach" kein Rezept mehr nötig ist, wird sie immer häufiger nachgefragt. So verkauften Apotheken 2017 bundesweit 808.000 dieser Präparate und damit 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch im Saarland ist ein leichter Anstieg spürbar.

Konkrete Verkaufszahlen für das Saarland gibt es nicht, trotzdem ist der Verkauf der "Pille danach" nach Einschätzung des Präsidenten der Apothekerkammer des Saarlandes, Manfred Saar, leicht angestiegen – um etwa zwei bis 3,5 Prozent. In seiner Apotheke in Heusweiler/Holz verkauft Saar das Präparat etwa zwei bis drei Mal im Monat, meistens im Notdienst.

Kein sorgloser Umgang mit Verhütung

Dass der Anstieg durch eine größere Sorglosigkeit im Umgang mit Verhütungsmitteln zu erklären ist, glaubt Saar jedoch nicht. Seiner Ansicht nach gehen vor allem auch junge Menschen heute sehr verantwortungsbewusst mit Verhütung um. Die "Pille danach" werde nur in Ausnahmefällen benutzt, wenn mit der Verhütung etwas schief gegangen sei. Die Frauen, die die "Pille danach" kauften, würden zudem in der Apotheke beraten und darüber aufgeklärt, dass die Verwendung keine Dauerlösung sei.

Auch dass die "Pille danach" als Ersatz für andere Verhütungsmittel verwendet werde, hält Saar für unwahrscheinlich. Zum einen sei die Einnahme unangenehm, da der Körper einen starken Hormonschub erhalte. Zum anderen habe die "Pille danach" auch finanzielle Nachteile, so koste sie etwa so viel wie bei anderen Verhütungspillen eine Drei-Monatspackung.

Seit 2015 ohne Rezept erhältlich

Seit März 2015 ist die "Pille danach" ohne Rezept erhältlich. Während das Produkt 2017 bundesweit 808.000 mal verkauft wurde, wurden im Jahr 2016 nur 757.000 Fälle verzeichnet. Kritiker hatten vor Abschaffung der Rezeptpflicht vor einem sorglosen Umgang mit dem Medikament gewarnt.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 13.08.2018 berichtet.

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