Schüler tragen im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung. (Foto: picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa)

Philologen und Schülervertreter begrüßen Maskenpflicht ab Klasse 10

  23.10.2020 | 11:20 Uhr

Der Saarländische Philologenverband, die Landesschülervertretung sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft haben die Ausweitung der Maskenpflicht an saarländischen Schulen begrüßt. Nach den Herbstferien müssen Schüler ab der Klassenstufe 10 sowie Schüler der Berufsschulen auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

"Schule muss auch in den Wochen nach den Herbstferien ein sicherer Ort bleiben. Dazu kann das Tragen einer Maske als kurzfristige Maßnahme einen Beitrag leisten", sagte der Vorsitzende des Saarländischen Philologenverbands, Marcus Hahn.

Das Schulsystem werde durch Mehrbelastung etwa durch verschärfte Hygienemaßnahmen und den Personalausfall wegen Quarantäneanordnungen bereits jetzt sehr herausgefordert. Es sei deshalb wichtig nun auch schon nächste Schritte zu planen – etwa eine Beschulung im Wochenwechsel. Der Philologenverband befürchtet, dass das ansonsten aufgrund von Personalmangel durch Quarantäneverordnungen nicht mehr möglich sein könnte.

Schülervertretung fordert Pflicht ab 5. Klasse

Auch der saarländische Landesschülersprecher Lennart-Elias Seimetz hat die Ausweitung der Maskenpflicht auf den Unterricht begrüßt. Das sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, erklärte Seimetz gegenüber dem SR. Bisher habe man im Saarland Glück gehabt, dass die Infektionen nur von außen in die Schulen eingetragen wurden und diese nicht selbst zu Infektionsherden geworden sind. Das müsse weiter so bleiben. Die Landesschülervertretung fordere daher auch weiterhin eine Maskenpflicht im Unterricht bereits ab der 5. Klasse.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spricht sich ebenfalls für eine Ausweitung der Maskenpflicht auf alle Klassenstufen aus. Die Begrenzung der Maskenpflicht ab der Oberstufe stoße auf Unverständnis und müsse angepasst werden, teilte die GEW mit.

Grüne kritisieren "Regelwirrwarr"

Die CDU Saar zeigt sich froh über die Entscheidung der Bildungsministerin, die sie rechtzeitig vor Ende der Herbstferien getroffen habe. Die Einführung der erweiterten Maskenpflicht an Schulen sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, die Entwicklung des Infektionsgeschehens müsse allerdings immer im Auge behalten und gegebenenfalls die Maßnahmen erneut angepasst werden.

Die saarländischen Grünen kritisieren die Entscheidung der Landesregierung, die Maskenpflicht erst ab der 10. Klasse einzuführen und für Lehrkäfte nur eine "dringende Empfehlung" auszusprechen. Die neuen Regelungen würden für zusätzliche Verwirrung sorgen und den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) nach einer Unterscheidung nach Fallzahlen und nicht ausschließlich nach Altersstufen widersprechen.

Maskenpflicht nach den Herbstferien

Nach den Herbstferien müssen Schüler ab der Klassenstufe 10 auch im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Für alle Lehrkräfte gilt außerdem die "dringende Empfehlung", im Unterricht die Maske zu tragen. Die Regelung gilt auch an Berufsbildungszentren und ist zunächst auf 14 Tage befristet. Der Philologenverband und weitere Verbände hatten angesichts steigender Infektionszahlen Anfang der Woche bereits eine Maskenpflicht im Unterricht ab Klassenstufe 5 gefordert.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 23.10.2020 berichtet.

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