Eine FFP2 Atemschutzmaske liegt auf einem Tisch (Foto: picture alliance / Karl-Josef Hildenbrand / dpa)

"Betriebe müssen zur Maskenherstellung verpflichtet werden"

  31.03.2020 | 06:09 Uhr

Pflegekräfte im Saarland haben erneut die desolate Situation bei der Schutzausrüstung in Kliniken angeprangert. Der Verdi-Pflegebeauftragte Michael Quetting fordert, die Regierung müsse deutsche Betriebe verpflichten, die dringend benötigten FFP 2 Schutzmasken herzustellen.

Verdi: "Was haben die systemrelevanten Personen denn bisher bekommen?
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 30.03.2020, Länge: 03:45 Min.]
Verdi: "Was haben die systemrelevanten Personen denn bisher bekommen?

Der Pflegebeauftragte der Gewerkschaft Verdi, Michael Quetting sagte, es seien zwar 50.000 Schutzmasken im Saarland eingetroffen, das sei aber in Wahrheit "Mückenschiss". Zudem handele sich dabei nicht um FFP 2 Atemschutzmasken, die dringend auf den Intensivstationen gebraucht würden. Der Bedarf gerade an solchen Masken sei immens. Das saarländische Gesundheitsministerium widerspricht der Aussage. Die Masken seien FFP 2 Masken.

Quetting warf der Politik vor, zu wenig zu tun. Die Bereitstellung ausreichender Schutzkleidung sei von zentraler Bedeutung. "Das hier ist eine Notsituation. Man muss die Betriebe hier in Deutschland verpflichten, die FFP2 Masken selbst herzustellen." Auf Lieferungen aus dem Ausland könne man in der derzeitigen Situation nicht setzen. Darum müssten Betriebe notfalls mit Zwangsmaßnahmen zur Herstellung verpflichtet werden.

Schutzmaske zuhause auskochen?

Im Kontakt mit dem SR berichten zudem Pflegekräfte, sie seien von ihren Kliniken mit Mehrfachmasken ausgestattet worden, die sie selbst zuhause auskochen müssten. Pflegebeauftragter Quetting sagte dazu, ein solches Vorgehen sei "hinrissig in mehrfacher Hinsicht". Damit trage man Keime "durch die Gegend". Solche Mehrfachmasken würden allerdings nur auf Normalstationen angewandt, nicht im Kontakt mit infizierten Patienten.

Folgen mangelnder Ausrüstung: Kranke Ärzte

Welche Folgen es hat, wenn Pflegekräfte und Ärzte unzureichend geschützt an infektiösen Patienten arbeiten müssen, hat eine Ärztin aus dem Elsass, einem der Corona-Hotspots Frankreichs im Interview mit dem SR geschildert. Ihren Angaben zufolge sind nahezu alle Ärzte ihres Teams infiziert.

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