Krankenhäuser im Saarland: Marienkrankenhaus in St. Wendel (Foto: Pasquale D’Angiolillo)

Landespflegebeauftragter kritisiert Umgang mit Klinikbeschäftigten

Steffani Balle   05.05.2021 | 13:39 Uhr

Der Landespflegebeauftragte Jürgen Bender hat Vorwürfe gegen die Marienhaus GmbH geprüft. In den Kliniken St. Wendel, Ottweiler und Neunkirchen-Kohlhof soll es im vergangenen Jahr wegen Personalmangels eine "gefährliche Pflege" gegeben haben. Bender entkräftete die Vorwürfe, kritisierte zugleich aber die Kommunikation zwischen der Geschäftsleitung und den Beschäftigten.

In der ersten Welle der Corona-Pandemie waren Vorwürfe aufgekommen, dass es in den Marienhaus-Kliniken St. Wendel, Ottweiler und Neunkirchen-Kohlhof wegen Personalmangels eine "gefährliche Pflege" gegeben habe. Das hat auch den Gesundheitsausschuss des Landtages auf den Plan gerufen.

Pflegeschlüssel reduziert

Die Vorwürfe hatte der Pflegebeauftragte der Gewerkschaft Verdi Michael Quetting vor rund einem knappen Jahr im Ausschuss vorgetragen: Das Personal, insbesondere in der Pflege, sei nach Gutdünken eingesetzt worden.

Der Pflegeschlüssel sei durch die Geschäftsleitung auf 15 Patienten pro Pflegekraft, in den Intensivstationen auf vier pro Kraft reduziert worden. So sei keine ordentliche Pflege möglich, schon gar nicht, wenn die zu betreuenden Patienten Covid 19, eine zu dem Zeitpunkt noch völlig neue Krankheit, hätten.

Kritik an Umgang mit Beschäftigten

Landespflegebeauftragter kritisiert Umgang mit Klinikbeschäftigten
Audio [SR 3, Kolleginnengespräch: Simin Sadeghi / Steffani Balle, 05.05.2021, Länge: 02:50 Min.]
Landespflegebeauftragter kritisiert Umgang mit Klinikbeschäftigten

Diese Vorwürfe hat der Pflegebeauftragte der Landesregierung, Jürgen Bender, im Auftrag des Gesundheitsausschusses untersucht. Sein Ergebnis: Durch die Bereitschaft des Pflegepersonals, sehr flexibel auf die Bedarfe des Arbeitgebers einzugehen, habe gefährliche Pflege zu keinem Zeitpunkt stattgefunden.

Allerdings bemängelt er die Kommunikation der Geschäftsleitung mit den Arbeitnehmer-Vertreterinnen. So sei der Mitarbeiter- Ausschuss zu keiner der geplanten Umgestaltungen der Arbeitszeit und des Einsatzortes der Beschäftigten eingebunden gewesen. Es sei vielmehr alles von oben herab diktiert worden. Das sei so, auch zu Krisenzeiten, nicht zu akzeptieren.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 05.05.2021 berichtet.

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