Ein Mann prüft in einem Labor Reagenzgläser (Foto: dpa)

Pathologenskandal: Schon früh Hinweise auf Fehldiagnosen

  23.09.2019 | 21:41 Uhr

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen einen Pathologen wegen mutmaßlicher Fehldiagnosen ausgeweitet. Nach einem Bericht der Saarbrücker Zeitung soll es bereits 2012 "konkrete Hinweise" gegeben haben.

Anlass ist ein Brief einer Oberärztin der Uni-Hautklinik, die seinerzeit bereits den Klinikvorstand und die Ärztekammer über ihren Verdacht informiert habe. Gegenüber der Zeitung erklärten Klinikvorstand und Ärztekammer, man habe damals nicht gehandelt, weil es keinen Verdacht auf eine Straftat gegeben habe. Der Klinikvorstand sei von einem Streit zwischen zwei Ärzten ausgegangen.

20 bis 30 weitere Verdachtsfälle

Die Oberärztin verweist laut Zeitungsbericht darauf, dass aktuell an der Hautklinik 20 bis 30 Fälle existierten, bei denen der niedergelassene Pathologe falsche Befunde gestellt haben soll. Dermatologie-Patienten sollen sogar an Erkrankungen verstorben sein, bei denen es zuvor falsche Diagnosen gegeben habe.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit in mindestens 26 Fällen wegen fahrlässiger Körperverletzung. Dem Pathologen ist inzwischen die Approbation entzogen worden.

Über dieses Thema wurde auch in aktuell vom 23.09.2019 im SR Fernsehen berichtet.

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