Probe eines Stück Gewebes auf einem Computerbildschirm (Foto: picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa)

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zweiten Arzt

Thomas Gerber   26.09.2019 | 16:36 Uhr

Die Ermittlungen zu den möglichen Falschdiagnosen durch ein St. Ingberter Institut für Pathologie sind ausgeweitet worden. Wie die Staatsanwaltschaft am Rande des Justizausschusses dem SR mitteilte, wird nun gegen einen zweiten Mediziner ermittelt.

Neben dem Inhaber des Instituts stehe nun auch ein angestellter Arzt im Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung. Der 78-Jährige habe sich kurzzeitig in Polen aufgehalten, sei inzwischen aber über den Verdacht gegen ihn informiert und zur Aussage bereit. Der Assistenzarzt habe wie der Inhaber des Instituts offenbar falsche Diagnosen bei Gewebeproben gestellt und sei deshalb nun ebenfalls Beschuldigter im Verfahren.

Video [aktueller bericht, 26.09.2019, Länge: 3:18 Min.]
Ermittlungen gegen weiteren Mediziner

Fall des St. Ingberter Pathologen vor dem Justizausschuss
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 26.09.2019, Länge: 03:03 Min.]
Fall des St. Ingberter Pathologen vor dem Justizausschuss

Im Ausschuss hatte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag über den Stand ihrer Ermittlungen berichtet. Demnach werden derzeit rund 60 Verdachtsfälle näher untersucht. Darunter auch der Fall eines Patienten, der nach einer offenbar nicht notwendigen Darmoperation im Mai vergangenen Jahres gestorben war. Nach der OP hatte sich herausgestellt, dass der Mann gar nicht an Krebs erkrankt gewesen war. Insgesamt hatten die Ermittler bei der Hausdurchsuchung in dem St. Ingberter Institut rund 120.000 Gewebeproben sichergestellt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 26.09.2019 berichtet.

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