Bunte Kästen mit mehreren Bienenvölkern stehen im hohen Gras auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. (Foto: picture alliance/dpa/Birgit Reichert)

Völklinger Hütte macht Kokerei-Gelände zugänglich

dpa   25.06.2021 | 07:57 Uhr

Unter dem Namen „Paradies“ will die Völklinger Hütte das Gelände der früheren Kokerei für Besucher besser zugänglich machen. Ein Teil der Erschließung ist bereits gemacht, ein neuer Rundweg durch das rund 33.000 Quadratmeter große Gebiet soll im kommenden Frühjahr fertig werden.

Im Weltkulturerbe Völklinger Hütte kehrt die Natur auf dem Gelände der früheren Kokerei immer mehr zurück. Birken wachsen durch Stahlträger. Kletterpflanzen umranken rostige Großrohre. Moose gedeihen im einstigen Teerbecken und Fische schwimmen im Klärbecken von damals. Rund 35 Jahre nach Stilllegung des Eisenwerks gedeihen Wildrosen, Flechten, Flieder und Brombeeren, wo einst Feuer, Hitze und Staub dominierten.

Mehrere Kilometer Fußweg

„Die Natur ist hier sich selbst überlassen“, sagt Generaldirektor Ralf Beil. „Und sie zeigt erstaunliche Renaturierungskräfte.“ Unter dem Namen „Paradies“ soll das besondere Areal nun für Besucher besser zugänglich gemacht werden. Ein Teil der Erschließung ist bereits gemacht – der neue Rundweg soll im Frühjahr 2022 fertig sein.

Rund 33.000 Quadratmeter groß sei das Gebiet. „Ein paar Kilometer Fußweg werden es dann schon sein“, sagt Beil. Im „Paradies“ hält auch die Tierwelt Einzug. Dutzende Bienenstöcke stehen auf einer Wiese. Gelegentlich seien auch schon Wildschweine gesichtet worden, ebenso wie Füchse.

Kooperation mit HBKsaar

Demnächst sollen als Teil eines Kunstprojekts der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBKsaar) mit ihrem Campus in der Handwerkergasse der Hütte noch vier Pfauen dazu kommen, die eingekauft werden. Die Erweiterung des „Paradieses“, das in anderer Form seit 2009 zu erleben ist, soll am 10. und 11. Juli mit einem „Paradiesfest“ gefeiert werden.

In der Völklinger Hütte war im Juli 1986 die Roheisenproduktion beendet worden. Das historische Eisenwerk hatte nach mehr als 100 Jahren ausgedient. Das weltweit einzig erhaltene Eisenwerk aus dem Industriezeitalter ist seit 1994 Unesco-Weltkulturerbe und zog vor der Corona-Krise im Schnitt rund 200 000 Besucher an.

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