Verschiedene Tabletten, Löffel und eine Spritze liegen auf einem Tisch. (Foto: IMAGO / agefotostock)

Pandemie verschärft offenbar Drogenmissbrauch

  26.06.2021 | 08:43 Uhr

Anlässlich des Weltdrogentages hat das saarländische Gesundheitsministerium vor einem steigenden Konsum von Rauschmitteln in der Pandemie gewarnt. Demnach zeigen Abwasseruntersuchungen unmittelbar nach dem ersten Lockdown, dass im Saarland mehr Amphetamine konsumiert wurden.

Neben Cannabis und Amphetaminen werden im Saarland zunehmend auch Benzodiazepine, also verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel, und Kokain missbräuchlich konsumiert.

"Leider sind illegale Substanzen nach wie vor verfügbar und der Konsum ist europaweit auf breiter Front angestiegen", erklärt der Landesdrogenbeauftragte Stephan Kolling anlässlich des Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch. Erste Ergebnisse deuteten darauf hin, dass dies auch mit der Corona-Pandemie zusammenhänge, so Kolling. Er rief dazu auf, auch den Konsum von Alkohol zu überdenken.

Häufig mehrere Drogen gleichzeitig

Im Freizeitbereich werde beobachtet, dass Menschen vermehrt mehrere Drogen gleichzeitig konsumierten. Auch Schwerstabhängige nehmen demnach häufig verschiedene Drogen, die oft auch für unbeabsichtigte Überdosierungen mit fünf und mehr verschiedenen Substanzen verantwortlich sind.

2021 sind im Saarland bislang 13 Menschen ihrem Drogenkonsum zum Opfer gefallen. Damit liegt die Quote in etwa auf dem Niveau von 2019. Im vergangenen Jahr waren laut Ministerium zum selben Zeitpunkt bereits 18 Drogentote verzeichnet worden.

Notfallprophylaxe soll ausgebaut werden

Deshalb will das Gesundheitsministerium die sogenannte Drogennotfallprohylaxe weiter ausbauen. Durch Schulungen und durch die Anwendung des Stoffes Naloxon könnten demnach Leben gerettet werden, wenn es einen Drogennotfall gebe.

Außerdem seien in diesem Jahr flächendeckend Angebote für Kinder aus suchtbelasteten Familien etabliert worden, erklärt Kolling.


Wer Hilfe oder Beratung sucht, kann sich im Saarland an verschiedene Beratungsstellen wenden. In jedem Landkreis und im Regionalverband gibt es Suchtberatungsstellen. Eine Übersicht über verschiedene Angebote gibt es auf dieser Seite des Landes oder telefonisch bei der Drogen-Hotline. Diese ist bundesweit täglich 24 Stunden unter der 0108 – 31 30 31 erreichbar und kostet 12 Cent pro Minute.

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