Teilnehmer am Ostermarsch mit Transparenten (Foto: picture alliance/dpa | Bernd Wüstneck)

Ostermarsch im Zeichen des Ukraine-Krieges

  16.04.2022 | 12:45 Uhr

Ostermärsche haben eine über 60 Jahre alte Tradition. In diesem Jahr stehen sie im Zeichen des Ukraine-Krieges. Umstritten ist die Forderung nach einem Stopp der Waffenlieferungen. Rund 300 Menschen haben an dem Ostermarsch in Saarbrücken teilgenommen.

Am diesjährigen Ostermarsch wollten die Veranstalter ein Zeichen für den Frieden in der Ukraine senden. Der Marsch verlief durch die Saarbrücker Innenstadt und endete kurz nach 12.00 Uhr mit einer Kundgebung am Tbilisser Platz vor dem Staatstheater. Laut Polizei haben etwa 300 Menschen an dem Ostermarsch teilgenommen.

Gegen Waffenlieferungen und Aufrüstung

Die Bewegung fordert nach eigenen Angaben die "sofortige Beendigung des völkerrechtswidrigen brutalen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine". Sie stellt sich außerdem gegen Waffenlieferungen in die Krisenregion.

Video [aktueller bericht, 16.04.2022, Länge: 3:15 Min.]
Ostermarsch im Zeichen des Ukraine-Krieges

"Ein Krieg kann nicht dadurch beendet werden, dass man weitere Waffen in diese Regionen schickt", sagte Thomas Hagenhofer, einer der Initiatoren. "Die Gefahr ist, dass dieser Krieg lange andauern wird, dass er zehntausende Tote zusätzlich kosten wird, wenn der Krieg weiter eskaliert. Mit der Gefahr einer weiteren Ausweitung. Das kann keiner wollen."

Kritik an Haltung der Friedensbewegung

Der Krieg könne nur über Verhandlungen beendet werden. Wie es in der derzeitigen Lage mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin aber zu einer Einigung kommen soll, darauf hat auch Hagenhofer keine Antwort.

Genau daran entzündet sich auch die Kritik an den Ostermärschen. Man habe es - anders als noch im kalten Krieg - mit einem brutalen Eroberungskrieg zu tun, sagt etwa der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke. Angesichts dessen wirke die Friedensbewegung regelrecht aus der Zeit gefallen.

Aus Sicht von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ist Pazifismus derzeit "ein ferner Traum". Und der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) sagte, das Motto "Frieden schaffen ohne Waffen" sei aktuell eine Arroganz gegenüber den Menschen in der Ukraine.

In vielen Städten Friedensmärsche geplant

Deutschlandweit finden in zahlreichen Städten und Regionen ähnliche Aktionen am Osterwochenende statt. Mahnwachen bis hin zu mehrtägigen Märschen - sie alle beschäftigen sich mit dem Ukraine-Krieg.

Die Ostermärsche für den Frieden haben eine lange Tradition. Ihre Anfänge hatten sie in den 1960er Jahren. Der Kampf gegen Atomwaffen und das nukleare Wettrüsten zur Zeit des Kalten Krieges waren viele Jahre die zentralen Themen der Friedensbewegung in Deutschland, die zeitweise viele hunderttausende Menschen auf die Straßen zog.

Über dieses Thema berichtete die SR 3 Rundschau am 16.04.2022.

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