Männer mit dem Logo der "Osmanen" auf dem Rücken. (Foto: Imago/Hartenfelser)

Im Saarland wohl keine „Osmanen Germania“ mehr

Thomas Gerber   10.07.2018 | 11:27 Uhr

Bundesinnenminister Seehofer hat die rockerähnliche Gruppe "Osmanen Germania BC" verboten. Im Saarland soll die Gruppe für einen Handgranatenanschlag auf eine Shishabar im August 2016 verantwortlich sein. Inzwischen hat sich das Saar-Chapter der Osmanen aber offenbar aufgelöst.

Noch vor zwei Jahren hatten sich die als türkisch-nationalistisch geltenden Osmanen in Saarbrücken einen regelrechten Rockerkrieg mit den verfeindeten kurdischen „Bahoz“ geliefert. Höhepunkt des Bandenkriegs war der 3. August 2016, als in der Saarbrücker Stengelstraße eine Handgranate vor einer Shisha-Bar, in der Mitglieder der „Bahoz“ verkehrten, detonierte.

Prozess platzte

Bei dem Anschlag wurde niemand verletzt, trotzdem ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes. Die Tat ist bis heute nicht aufgeklärt – zwar geriet der damalige Chef der Osmanen Saar schnell in Verdacht und wurde als mutmaßlicher Auftraggeber festgenommen und auch angeklagt. Aber der Prozess gegen ihn platzte später. Der 29-Jährige wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Hinter dem Anschlag vermuten die Ermittler nach wie vor einen Racheakt, hatten Bahoz doch einige Tage zuvor ein Osmanenmitglied in Dudweiler mit Baseballschlägern attackiert und schwer verletzt. In der Folge kam es immer wieder zu kleineren Scharmützeln zwischen beiden Gangs.

Saar-Chapter der Osmanen aufgelöst

Die Polizei ging jeweils mit einem Großaufgebot dagegen vor. Mehrere Osmanen wurden wegen Drogen- und Waffenbesitzes angeklagt und verurteilt. All das zeigte offenbar Wirkung. Inzwischen, so die Polizei, habe sich das saarländische Chapter der Osmanen aufgelöst.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 10.07.2018 berichtet.

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