Nachbildung der Justitia neben einem Aktenstapel (Foto: dpa Bildfunk)

Totschlagsprozess: Urteil am Mittwoch

Thomas Gerber   12.11.2018 | 18:53 Uhr

Im Totschlagsprozess gegen einen 18-Jährigen vor der Jugendkammer des Landgerichts Saarbrücken hat die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 6,5 Jahren für den Angeklagten gefordert. Die Verteidigung plädierte wegen Körperverletzung mit Todesfolge auf eine Bewährungsstrafe. Das Urteil soll am Mittwochvormittag verkündet werden.

Während Staatsanwaltschaft und Nebenklage von Totschlag ausgehen, dem 18 Jährigen Angeklagten zumindest einen bedingten Vorsatz unterstellen, sprach dessen Verteidiger von einem "Momentversagen" seines Mandanten. Dass der 16-Jährige bewußtlos gewesen sei, als er ihn in die Saar geschleift habe, das habe sein Mandant nicht gewußt. Zumindest sei dies nicht eindeutig nachgewiesen und deshalb müsse es heißen "im Zweifel für den Angeklagten". Ausgangspunkt der ganzen Auseinandersetzung sei ein Angriff auf die Gruppe des 18-Jährigen gewesen, es sei um einige Gramm Haschisch gegangen.

Die Staatsanwaltschaft wertete die Vorgänge völlig anders - das Opfer habe in dem Streit gar schlichten wollen, am "Abrippen", am Raub selbst sei der 16-Jährige gar nicht beteiligt gewesen. Sämtliche Augenzeugen hätten zudem berichtet, dass das Opfer bewußtlos war, als es in die Saar geworfen wurde. Der Vertreter der Nebenklage sprach von einem schlimmen Fall von "unkontrollierter Jugendgewalt", forderte eine Strafe, die deutlich über den sechseinahlb Jahren der Staatsanwaltschaft liegen müsse. Das Urteil soll am Mittwoch verkündet werden.

Video [aktueller bericht, 12.11.2018, Länge: 2:25 Min.]
Plädoyers im Totschlagsprozess am Saarufer

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 12.11.2018 berichtet.

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