Online-Gottesdienst auf einem Laptop (Foto: SR)

"Online-Gottesdienste sind eine Chance für die Kirchen"

Sandra Schick   03.04.2021 | 08:38 Uhr

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden auch die Gottesdienste der Pfarreiengemeinschaft Lebach im Internet gestreamt. Was ursprünglich aus der Not geboren wurde, hat inzwischen eine besondere Dynamik entwickelt, erzählt Pfarrer Hermann Zangerle. Er plädiert dafür, auch nach Corona, die Streamingangebote der Kirchen aufrecht zu erhalten.

Wenn Pfarrer Hermann Zangerle sich an Ostern per YouTube an die 11.500 Mitglieder seiner Gemeinde wendet, dann schauen ihm aller Voraussicht nach wieder mehr Menschen zu als sonst - zu Zeiten ohne Corona-Pandemie - vor Ort in die Kirche kämen.

Am Palmsonntag haben seinen Angaben zufolge rund 350 Menschen die Messe live verfolgt. Drei Tage später sind über 950 Aufrufe auf dem Videokanal für diesen einen Gottesdienst verzeichnet. Größere Gottesdienste, etwa in der Adventszeit, hatten zwischen 1000 und 1500 Abrufe. Der Pfingstgottesdienst im vergangenen Jahr habe sogar an die 3000 Abrufe verzeichnet, sagt Zangerle.

Zuschauer aus aller Welt

In der großen Welt des Internets mögen das zwar eher kleine Zahlen sein - aber gemessen an der Zahl der Gläubigen, die Pfarrer kleinerer Gemeinden heute normalerweise in ihren Gotteshäusern gewohnt sind, scheint es gerechtfertigt, dass Zangerle hier von "großem Zuspruch" spricht. "Wir haben Zuschauer aus Australien, Schweden und den Philippinien", erzählt der Lebacher Pfarrer. Das habe ihn erstaunt und aber auch motiviert.

Online-Gottesdienste seien zwar aufwändiger, erzählt Zangerle. Weil man viele Dinge zusätzlich beachten müsse, den Blickwinkel der Menschen zuhause mitbedenken müsse. "Aber es macht auch Spaß." Es sei eine Chance, die Menschen zu ereichen, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr in die Gottesdienste vor Ort kämen.

Video [aktueller bericht, 31.03.2021, Länge: 2:54 Min.]
Ostergottesdienste in Coronazeiten

Streaming soll nach Corona weitergehen

Zangerle will auch nach Corona die Streamings beibehalten. Natürlich in reduzierter Form, sagt er. "Aber ganz zurück zu gehen und sie wieder aufzugeben, das wäre ein Fehler", dessen ist er sich sicher. Auch wenn ihm selbst ein normaler Gottesdienst vor Ort in dem er die Menschen in der Kirche leibhaftig vor sich hat, immernoch deutlich lieber ist, wie er sagt.

Sein nächstes Ziel hat der Geistliche auch schon im Blick: Der YouTube Kanal der Pfarreiengemeinschaft soll die magische Marke von 1000 Abonennten knacken. Denn dann wären auch Livestreams mit dem Handy möglich.

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