Eine Servicekraft zapft in einer Gaststätte ein Bier (Foto: picture alliance/dpa | Axel Heimken)

Weitere Fälle nach Corona-Ausbruch in St. Wendel

Thomas Gerber / Onlinefassung: Sandra Schick   02.01.2022 | 15:12 Uhr

Nach dem Coronaausbruch in der St. Wendeler Kneipenszene hat sich die Zahl der Infizierten inzwischen verdoppelt. Das Landratsamt berichtete am Sonntag von insgesamt 34 Betroffenen. Ob es sich auch bei den neuen Fällen um die Omikron-Variante handelt, stehe aber noch nicht fest.

Zum Jahresende war dem Gesundheitsamt ein Corona-Cluster bekannt geworden, das auf die St. Wendeler Gaststättenszene zurückzuführen ist. Mehrere Besucher einer Gaststätte waren positiv auf das Coronavirus getestet worden, 15 von ihnen waren mit der Omikron-Variante infiziert.

Daraufhin hatte das Landratsamt einen Aufruf gestartet: Personen, die am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages in den St. Wendeler Kneipen unterwegs waren, sollten sich testen lassen.

Nur leichte Symptome

Inzwischen sind nach Angaben des Landratsamts insgesamt 34 Fälle bekannt. Am Sonntag seien 17 positive PCR-Tests beim Gesundheitsamt eingegangen. Ob es sich auch dabei um die Omikron-Variante handelt, stehe aber noch nicht fest, da die Sequenzierung Zeit brauche.

Die Infizierten stammten überwiegend aus dem Landkreis St. Wendel und gehörten meist der Altersgruppe zwischen 18 und 35 Jahren an. Sie zeigten keine schweren Krankheitsverläufe und hätten gar keine oder allenfalls leichte Erkältungssymptome.

Zwei Kneipen Schwerpunkt

Wie das Landratsamt weiter mitteilt, bezieht sich das Ausbruchsgeschehen derzeit schwerpunktmäßig auf zwei Kneipen in der St. Wendeler Innenstadt. Es sei allerdings nicht auszuschließen, dass weitere Lokale betroffen sind. Einige Gäste hätten in der fraglichen Nacht zum 27. Dezember noch weitere Gaststätten besucht.

Der Corona-Massenausbruch war eher zufällig entdeckt worden. Nach SR-Informationen hatte der zunächst betroffene Mitarbeiter einer Kneipe wegen eines geplanten Urlaubs einen Test gemacht. Er selbst ist geboostert. Ob er die Gäste oder er sich bei Gästen angesteckt hat, ist unklar und laut Landratsamt vermutlich nicht mehr nachvollziehbar.

Nachverfolgung über Luca-App

Die meisten der gut 50 Gäste der beiden betroffenen Jugendkneipen hatten nach Auskunft des Landratsamtes die viel gescholtene Luca-App genutzt. Der Betreiber habe umgehend die Daten zur Verfügung gestellt, sodass die Gäste schnell kontaktiert werden konnten.

Gerüchte, wonach es bereits kurz vor Weihnachten in der St. Wendeler Innenstadt zu einer größeren Party gekommen sein soll, die das Infektionsgeschehen ausgelöst haben soll, konnten weder die Polizei noch die Stadtverwaltung bestätigen.

Die beiden Kneipen seien, so das Ordnungsamt, in der Vergangenheit mehrfach kontrolliert worden. Dabei habe es lediglich in einem Fall eine Beanstandung gegeben - wegen einer unvollständigen Gästeliste habe man ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 02.01.2022 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja