Feuerwehrchef Josef Schun (Foto: SR)

Feuerwehrchef Schun ins Amt zurückversetzt

mit Informationen von Thomas Gerber   17.04.2019 | 16:27 Uhr

Die Stadt Saarbrücken hat den umstrittenen Chef der Saarbrücker Berufsfeuerwehr, Josef Schun, formal in sein Amt zurückversetzt. Bürgermeister Ralf Latz sagte dem SR, dass die Rückversetzung Schuns vom Baudezernat zur Berufsfeuerwehr inzwischen unterzeichnet worden sei.

Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes hatte am Dienstagnachmittag den Antrag der Landeshauptstadt abgelehnt, den Sofort-Vollzug der Rückumsetzung Schuns weiter auszusetzen. Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts ist nicht anfechtbar, Rechtsmittel sind also zunächst nicht möglich. Bürgermeister Ralf Latz geht davon aus, dass Schun am Dienstag nach seinem Osterurlaub seinen Dienst als Amtsleiter bei der Berufsfeuerwehr wieder antreten wird.

Video [aktueller bericht, 17.04.2019, Länge: 2:19 Min.]
Feuerwehrchef Schun wieder auf seinem Posten

Trotz der eindeutigen Niederlage im Eilverfahren will die Stadt nach wie vor versuchen, Schuns Rückkehr im Hauptverfahren zu stoppen. Dafür sammelt sie derzeit offenbar Argumente.

Bislang alle Krankschreibungen berechtigt

Die amtsärztlichen Untersuchungen der 98 Saarbrücker Feuerwehrleute, die sich im Streit um die Rückkehr ihres Chefs Josef Schun krankgemeldet hatten, sind derweil etwa zur Hälfte abgeschlossen. Das Oberverwaltungsgericht hatte diese Nachprüfungen angeordnet und in seinem Beschluss den Verdacht geäußert, dass es sich bei den massenhaften Krankmeldungen um Arbeitsverweigerung handeln könnte. Der Verdacht hat sich bislang allerdings nicht bestätigt.

Sicherheit gewährleistet

Trotz der massenhaften Krankschreibungen ist laut Stadt die Sicherheit der Bevölkerung zumindest über Ostern gewährleistet. Die Freiwillige Feuerwehr springe rund um die Uhr mit 18 Mann für die noch immer verwaiste Feuerwache 2 in Burbach ein. 22 Beschäftigte der Stadt, die zugleich Mitglied von Freiwilligen Wehren sind, sollen nun unter Fortzahlung ihrer Bezüge freigestellt werden. Wie lange diese bundesweit einmalige Hängepartie noch andauert, ist derzeit nicht absehbar.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 17.04.2019 berichtet.

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