Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenmappen (Foto: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Ehemaliger St. Ingberter OB kämpft um Pension

Thomas Gerber   04.03.2021 | 16:28 Uhr

Der frühere St. Ingberter Oberbürgermeister Georg Jung soll seine Pension verlieren. Eine entsprechende Klage des Landesverwaltungsamts ist am Donnerstag vor dem Oberverwaltungsgericht in Saarlouis verhandelt worden. In welche Richtung die Entscheidung geht, scheint noch offen.

Der 57-Jährige bezieht derzeit rund 4000 Euro netto Ruhegehalt, obgleich er 2014 vom Landgericht zu 15.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden war. 300 Tagessätze à 50 Euro hatte das Landgericht gegen den CDU-Politiker verhängt.

Im Rahmen eines Deals hatte Jung damals ein Geständnis abgelegt. Gut 30.000 Euro hat er laut rechtskräftigem Urteil demnach bei der Bläse-Stiftung für ein Gefälligkeitsgutachten veruntreut, das ihn auch nach seiner verlorenen OB-Wahl als Vorstand der Stiftung bestätigen sollte.

"Schwerwiegende Pflichtverletzung"

Zudem ging es um vier Fälle der Vorteilsannahme: Jung hatte von Unternehmen, mit denen er dienstlich zu tun hatte, Spenden für einen Förderverein angenommen, dessen Vorsitzender er war.

Vor einem Jahr hatte das Verwaltungsgericht diese Taten in erster Instanz als schwerwiegende Pflichtverletzung eingestuft und Jung den Beamtenstatus und damit die Pension entzogen. Da das Urteil nicht rechtskräftig war, bekam Jung weiter seine Pension.

Entscheidung offen

Seine Anwältin machte heute mildernde Umstände geltend, ihr Mandant habe sich nicht selbst "bereichert“, die Spenden seien an einen Verein geflossen. Das Landesverwaltungsamt sieht das anders: Jung sei es ausschließlich um das eigene Ego gegangen - um Macht, Einfluss und Reputation. Die Entscheidung des OVG scheint völlig offen. Hinweise, wohin die Reise gehen könnte, gab es am Donnerstag jedenfalls keine.

Jung selbst war aufgrund einer "Terminkollision“ nicht in Saarlouis erschienen. In einem Brief an das Gericht räumte er zwar ein, dass er damals Fehler gemacht habe. Zugleich aber bat er um Gnade – das Verfahren habe ihm stark zugesetzt. Vor dem OVG gehe es nun nicht nur um seine Existenz sondern auch um die seiner ganzen Familie.

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