Eine Erzieherin beschäftigt sich einem Kind in einer Kindertagesstätte. (Foto: dpa)

Notbetreuung von Schul- und Kitakindern soll organisiert werden

mit Informationen von Carolin Dylla   16.03.2020 | 06:50 Uhr

Wenn ab heute Schulen und Kitas im ganzen Land geschlossen sind, kann eine kleine Gruppe von Eltern eine Notbetreuung für ihre Kinder in Anspruch nehmen. Am Samstagabend hat das Bildungsministerium dazu Einzelheiten veröffentlicht.

Bildungsministerium veröffentlicht Details zur Notbetreuung
Audio [SR 3, (c) SR, 15.03.2020, Länge: 00:42 Min.]
Bildungsministerium veröffentlicht Details zur Notbetreuung

Laut einer Mitteilung aus dem Bildungsministerium gilt das Angebot für Eltern, deren „berufliche Tätigkeit für die Daseinsvorsorge unverzichtbar ist“.

Darunter fallen die hauptberufliche Feuerwehr, Polizei, Strafvollzugsdienst, Rettungsdienst und Personal aus medizinischen Einrichtungen und Apotheken. Außerdem fällt das Personal von stationären Betreuungseinrichtungen (z.B. Hilfen für Erziehung) sowie ambulanten und stationären Pflegediensten darunter. Auch Menschen, die in der Produktion und Versorgung von Lebensmitteln des täglichen Bedarfs tätig sind oder im Bereich der kritischen Infrastruktur können die Notbetreuung in Anspruch nehmen.

Zudem sollen Alleinerziehende profitieren, deren Kinder nicht anderweitig betreut werden können. Hier müsse der Bedarf aber "nachvollziehbar begründet sein" und die Betreuung könne nur erfolgen, wenn noch Platz vorhanden sei.

Eltern mit Bedarf sollen Einrichtungen kontaktieren

Die Träger von Schulen und Kitas sollen ab Montag bei den Eltern den Bedarf an der Notbetreuung ermitteln. Eltern, die direkt schon am Montag die Notbetreuung brauchen, sollen am Montagmorgen die Kita oder Schule kontaktieren. Ab Dienstag soll die Notbetreuung in einem antragsbasierten Verfahren starten. Sie soll laut Ministerium für Kinder zwischen null und zwölf Jahren organisiert werden.

FAQ zur Schul- und Kitaschließung

Das Bildungsministerium hat auf seiner Internetseite ein FAQ mit den wichtigsten Fragen zur Schulschließung und Notbetreuung zusammengestellt. Darin geht es unter anderem auch um die Fragen, ob Unterricht nachgeholt wird, wie es mit den anstehenden Prüfungen aussieht und auch darum, ob Kita-Beiträge erstattet werden. Hier geht es zum FAQ.

Pro Kita oder Schule werden maximal 15 Kinder zugelassen, wobei jeweils nur maximal fünf Kinder zusammen in einer Gruppe betreut werden dürfen. Pro Einrichtung gibt es also maximal drei Gruppen zu je fünf Kindern. Jedes Kind soll laut Ministerium grundsätzlich an dem Standort seiner jeweils zuständigen Kita oder Schule betreut werden. An den Schulen soll ausdrücklich in der Notbetreuung kein Unterricht oder eine Förderung stattfinden. Nach und nach veröffentlichen auch die ersten Kommunen Details zum Ablauf der Notbetreuung. Die Infos sind auf den jeweiligen Internetseiten der Städte und Gemeinden einzusehen.

Ausgenommen von der Notbetreuung sind Einrichtungen, die wegen Quarantäne ohnehin geschlossen sind. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot appellierte noch einmal an Eltern, wenn möglich eine Betreuung zuhause zu organisieren – oder in kleinen Gruppen gemeinsam mit anderen Eltern.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht vom 14.03.2020 berichtet.

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