Justizia (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Justizopfer Kuß erhält Schmerzensgeld

  14.09.2018 | 17:51 Uhr

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit bekommt das saarländische Justizopfer Norbert Kuß Schmerzensgeld von einer Gutachterin. Der Bundesgerichtshof bestätigte am Freitag ein entsprechendes Urteil des Saarländischen Oberlandesgerichtes aus dem vergangenen Jahr.

Damit sei der Fall „zivilrechtlich endgültig entschieden“, sagte die Anwältin des Mannes, Daniela Lordt, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Versicherung müsse nun das Schmerzensgeld in Höhe von 60.000 Euro zuzüglich Zinsen zahlen. „Das ist mehr als nur ein Etappensieg, sondern der Schlusspunkt für das Schmerzensgeld“, so die Anwältin.

Der heute 74-Jährige war auf der Grundlage des Gutachtens, das ein Experte als „grob fahrlässig“ bezeichnet hatte, im Mai 2004 vom Landgericht Saarbrücken wegen schweren sexuellen Missbrauchs seiner ehemaligen Pflegetochter zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Gutachterin hatte die Aussagen des lernbehinderten Mädchens als „mit hoher Wahrscheinlichkeit glaubhaft“ eingestuft.

Weiteres Verfahren um Schadenersatz

Bereits Anfang 2015 war die Frau vom Landgericht Saarbrücken zu 50.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt worden. Dagegen hatte sie Berufung eingelegt. In einem weiteren Verfahren am Landgericht in Saarbrücken wird es nun auch noch um einen geforderten Schadenersatz in Höhe von rund 73.000 Euro gehen. Anwältin Lordt geht davon aus, dass nach dem BGH-Beschluss das Verfahren nun weiterbetrieben und "recht zügig" ein Termin bestimmt werde.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 14.09.2018 berichtet.

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