Paviane im Neunkircher Zoo (Foto: SR Fernsehen)

Pavianstreit: Tierschützer legen nach

Renate Wanninger   14.12.2018 | 13:00 Uhr

Der Streit um die Pavian-Haltung im Neunkircher Zoo geht weiter. Nachdem Tierschützer Anzeige gegen den Direktor des Zoos, Norbert Fritsch, wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet hatten, wurde seitens der Landesregierung ein Gutachten in Auftrag gegeben. Aus diesem Gutachten ging hervor, dass die Paviane artgerecht gehalten werden, woraufhin die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren eingestellt hat.

Die Auseinandersetzung geht jetzt in die nächste Runde. Die Tierbefreiungsoffensive Saar e.V., kurz TIBOS, wird gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Saarbrücken erheben. Die Tierschützer bezeichnen das Gutachten als Gefälligkeitsgutachten, das nicht den tatsächlichen Zustand der Tiere beschreibt. Der Gutachter Professor Kaup sei nicht nur Jäger, sondern auch ein Profi aus dem Tierversuchsbereich am deutschen Primatenzentrum Göttingen, wo er bis vor einem Jahr tätig gewesen sein soll. Vom Schutz der Tiere sei er weit entfernt.

Tiere könnten erfrieren

Kaup habe nicht wie von der Staatsanwaltschaft angeführt die Tiere über einen längeren Zeitraum beobachtet. Er sei nur an zwei Tagen vor Ort gewesen, es sei kein Tier individuell untersucht oder begutachtet worden. Läsionen und Beißverletzungen hätten also gar nicht auffallen können. Auch sei die Darstellung falsch, dass das Gehege ausreichend Platz für die 104 Tiere biete. Denn wie auch aus dem Gutachten hervorgeht, sei es nicht möglich für Tiere im Innengehege ausreichend Platz zu finden, was jetzt im Winter zu Unterkühlung im Extremfall zu Erfrierung führen könne.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau am 14.12.18 berichtet.

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