Auf einem Tisch stehen Ampullen mit dem Covid-19 Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca (Foto: picture alliance/dpa/Nicolas Armer)

Hausärzte kritisieren Impfstoffverteilung

Steffani Balle / Onlinefassung: Anne Staut   14.04.2021 | 20:44 Uhr

Niedergelassene Ärzte im Saarland fühlen sich von der Politik beim Impfen ausgebremst. Grund ist die Entscheidung, den Impfstoff von AstraZeneca nicht mehr in den Impfzentren, sondern nur noch in den Arztpraxen zu verimpfen. Auch die kassenärztliche Vereinigung im Saarland kritisiert die Entscheidung. Das Gesundheitsministerium weist die Kritik zurück.

Joachim Meiser, KV: "Wir würden es begrüßen, wenn AstraZeneca gleichwertig verimpft würde"
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 12.04.2021, Länge: 04:10 Min.]
Joachim Meiser, KV: "Wir würden es begrüßen, wenn AstraZeneca gleichwertig verimpft würde"

In den Impfzentren sollen nur noch die Impfstoffe von Biontech, Moderna und demnächst Johnson und Johnson gegeben werden, während der Impfstoff von AstraZeneca ausschließlich in den Hausarztpraxen verimpft werden soll. Das koste eine Menge an Beratungszeit, beklagt der Sprecher der Hausärzte im Saarland, Michael Kulas, in einer Mitteilung.

Durch das Abschieben des ungeliebten AstraZeneca-Impfstoffs allein auf die Arztpraxen verlagere die Politik die Probleme damit auf die niedergelassenen Ärzte, so der Impf-Koordinator der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Joachim Meiser auf SR- Anfrage.

Rund 12.000 Impfdosen pro Woche für Arztpraxen

Nach Angaben der KV sind bei saarländischen Ärztinnen und Ärzten in der ersten Woche nach dem Impfstart in Hausarztpraxen 12.140 Impfungen durchgeführt worden. In den kommenden drei Wochen rechnet die KV mit jeweils rund 12.000 Impfdosen für die saarländischen Arztpraxen.

Ministerium weist Kritik zurück

Das Gesundheitsministerium hat unterdessen die Kritik der saarländischen Hausärzte zurückgewiesen. Es sei frühzeitig beschlossen worden, die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson komplett den niedergelassenen Ärzten zur Verfügung zu stellen.

Diese Impfstoffe könnten lange gelagert und bei Kühlschranktemperatur transportiert werden. Zudem seien Beratungen und Aufklärungen bei den Covid-19-Impfungen von den Hausärzten besser und leichter durchzuführen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 12.04.2021 berichtet.

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