Doktoranden entnehmen die Wasserproben an der Nied. Mit im Bild: Prof. Dr. Thomas Stoeck, Joshua Pawlak, Reinhold Jost und Iris Mechenbier-Münz  (Foto: Gemeinde Rehlingen-Siersburg/Studio Foto-Phant)

Bald wieder Baden in der Nied?

  06.05.2021 | 06:33 Uhr

Das Baden in der Nied soll wieder offiziell erlaubt werden. Ermöglichen soll das ein Pilotprojekt, mit dem die Wasserqualität an der Nied vorausgesagt werden kann. Seit vier Jahren war die Nied wegen Mängeln bei der Wasserqualität nicht mehr als Badegewässer freigegeben.

Die Nied war vor vier Jahren von der Liste der natürlichen Badegewässer gestrichen worden. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass an dem Fließgewässer immer wieder Grenzwerte für Keime überschritten wurden.

"Unser Ziel ist es, das Baden in der Nied wieder offiziell zu ermöglichen", sagte der erste Beigeordnete der Gemeinde Rehlingen-Siersburg, Joshua Pawlak, der am 13. Juni für die SPD als Bürgermeisterkandidat in der Gemeinde antritt. Damit das Baden zumindest an ausgewählten Stellen an der Nied wieder möglich wird, arbeitet die Gemeinde in einem Pilotprojekt mit dem saarländischen Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern zusammen.

Ursache für Keimbelastung finden

Um die Wasserqualität an der Nied bestimmen zu können, sollen in den Sommermonaten an mehreren Tagen Wasserproben genommen werden. Dabei geht es darum festzustellen, wie sich etwa Starkregen auf die Keimbelastung des Wassers in der Nied auswirkt und wie viele Stunden oder Tage es braucht, um die Belastung wieder abzubauen.

Auf diesem Weg kann auch untersucht werden, an welchen Stellen die meisten Keime ins Wasser kommen und aus welcher Quelle sie stammen – ob sie etwa von Menschen oder Tieren verursacht werden.

Künstliche Intelligenz als Frühwarnsystem

"Mit Hilfe der gewonnenen Daten wird ein Algorithmus der Künstlichen Intelligenz trainiert, der dann vorhersagt, wann ein Baden in der Nied aufgrund gesundheitsgefährdender Keime bedenklich ist", erläutert der Ökologe Professor Thomas Stoeck von der TU Kaiserslautern. Dies diene als eine Art "Frühwarnsystem".

Ein Ampelsystem könnte dann regeln, wann das Baden in der Nied möglich ist. Eine generelle Freigabe soll es dabei aber nicht geben. Stattdessen will die Gemeinde auch zum Schutz der Natur gezielt Badestellen festlegen.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja