Andeas Neumann (Die Linke) (Foto: Imago Images/Becker & Bredel)

Neumann akzeptiert Strafbefehl

mit Informationen von Thomas Gerber   30.10.2019 | 12:29 Uhr

Der Strafbefehl wegen Titelmissbrauchs gegen den Linken-Politiker Andreas Neumann ist rechtskräftig. Der 45-Jährige hat am Mittwochvormittag seinen Einspruch beim Amtsgericht zurückgezogen. Neumann hatte sich über Jahre zu Unrecht als Doktor der Philosophie bezeichnet.

Neumanns Rückzieher kommt einem Geständnis gleich. Er akzeptiert die verhängte Geldauflage von 1.800 Euro und räumt damit indirekt ein, dass er sich jahrelang als falscher Doktor ausgegeben hat. Die Rücknahme des Einspruchs erfolgte ohne jede Begründung. Dokumente, die seine akademischen Weihen belegen sollten, konnte Neumann ganz offenbar nicht vorlegen.

Prozess abgesagt

Falscher Doktortitel: Neumann akzeptiert Strafbefehl
Audio [SR 3, (c) SR, 30.10.2019, Länge: 00:55 Min.]
Falscher Doktortitel: Neumann akzeptiert Strafbefehl

Die Staatsanwaltschaft und auch das Wissenschaftsministerium gehen vielmehr davon aus, dass die mutmaßliche Promotionsurkunde einer Universität mit angeblichem Sitz im britischen Lancaster schlichtweg gefälscht ist. Das fotokopierte Schriftstück enthält zwar ein aufwendiges Wappen – das allerdings ist offenbar ein reines Phantasieprodukt. Gleiches gilt für die St. Paul University, die gar nicht existiert. Mit der Rücknahme des Einspruchs fällt der für Donnerstag anberaumte Prozess vor dem Saarlouiser Amtsgericht flach. Wäre es dazu gekommen und Neumann verurteilt worden, wäre die Strafe vermutlich höher ausgefallen.

Das Wissenschaftsministerium hatte Strafanzeige gegen Neumann erstattet und ihm bereits am 19. Juli "mit sofortiger Wirkung" untersagt, den Grad eines "PhD/Dr." zu führen.

Über dieses Thema berichteten auch die SR-Hörfunknachrichten am 30.10.2019.

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