Ein Kind in dicker Regenjacke putzt sich die Nase mit einem Taschentuch (Foto: picture alliance/YO Images/STOCK4B/VisualEyze)

Neues Schnupfenpapier für Schulen

Sandra Schick   26.10.2020 | 19:55 Uhr

Ein neues "Schnupfenpapier" sorgt bei Eltern von Schul- und Kitakindern für Verunsicherung. Laut der Regelung sollen Kinder mit einem leichten Schnupfen oder Husten für 24 Stunden zuhause bleiben. Kritik gibt es von der Landeselternschaft.

Bisher galt: Ein Kind, das einfachen Schnupfen, eine laufende Nase, Halskratzen oder leichten Husten hat, durfte trotzdem in die Schule oder Kita gehen. Entsprechende Empfehlungen gab ein Papier zum "Umgang mit Krankheitsanzeichen", das Anfang Oktober vom Bildungsministerium herausgegeben wurde und seitdem in Schulen und Kitas im Saarland angewandt wurde.

Video [aktueller bericht, 26.10.2020, Länge: 3:43 Min.]
Neuer Schnupfenplan und Maskenpflicht an Schulen

Schnupfen heißt zuhause bleiben

Bildungsministerin: "Es ist eine Maßnahme, um den Präsenzbetrieb an der Schule aufrecht zu erhalte
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 26.10.2020, Länge: 04:33 Min.]
Bildungsministerin: "Es ist eine Maßnahme, um den Präsenzbetrieb an der Schule aufrecht zu erhalte

Jetzt gibt es eine neue Version des "Schnupfenpapiers". Daraus geht hervor, dass Kinder 24 Stunden zur Beobachtung zuhause bleiben sollen, wenn sie "einfachen Schnupfen, eine laufende Nase/Halskratzen, leichten gelegentlichen Husten/Räuspern" haben. Wenn nach 24 Stunden keine weiteren Krankheitsanzeichen hinzugekommen sind und der Allgemeinzustand "wieder gut" ist, dürfe das Kind wieder die Kita oder Schule besuchen, heißt es in dem Papier.

Es gehe darum, angesichts steigender Infektionszahlen Vorsicht walten zu lassen, so das Ministerium auf Anfrage des SR. Wenn sich die Symptome des Kindes nach einem Tag nicht verschlechtert hätten, dürfe das Kind die Einrichtung wieder besuchen. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) räumte ein, dass Eltern durch die neue Regelung belastet würden. So könne aber ein "größeres Ausbruchsgeschehen" in den Schulen verhindert werden. Die Maßnahme solle dafür sorgen, dass der Präsenzunterricht an den Schulen möglichst lange aufrechterhalten werde.

Kurzfristige Verteilung

Die neue Handreichung wurde erst ganz knapp vor dem Schulstart an die Schulen verteilt. Sie soll aber bereits ab heute gelten. Das saarländische Bildungsministerium bestätigte dem SR, dass man das Papier erst am Freitagabend an die Schulen verteilt habe. Auf der Internetseite des Ministeriums ist noch das alte Papier zu finden.

Einige wenige Schulen haben die Handreichung bereits auf ihren Internetseiten veröffentlicht. Viele haben sie am Wochenende kurzfristig per Email oder Smartphonenachricht an die Elternschaft verteilt. Der Landeselternvertreter für Grundschulen, Stefan Kreis, kritisierte das neue Schnupfenpapier des Bildungsministeriums. Kreis sagte dem SR, ihm sei nicht klar, wie berufstätige Eltern diese neue Regelung bewerkstelligen sollen.

Maskenpflicht erweitert

Wegen der steigenden Infektionszahlen wird außerdem ab heute an den saarländischen Schulen die Maskenpflicht ausgeweitet. Schüler ab der Klassenstufe 10 sowie Schüler der Berufsschulen müssen nun auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Auch die Lehrer sind dazu aufgefordert.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 26.10.2020 berichtet.

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