Eine Person hält ein Holzkreuz in der Hand. (Foto: dpa/Matthias Schrader)

Neuer Missbrauchsfall im Bistum Trier

  22.06.2021 | 16:44 Uhr

Gegen einen Pfarrer im Ruhestand aus dem Großraum Trier wird es einen kirchlichen Strafprozess geben. Wie das Bistum mitteilte, geschehe das auf Anordnung aus Rom. Dem Geistlichen wird sexueller Missbrauch vorgeworfen.

Solch ein kirchlicher Strafprozess, der im Bistum Trier verhandelt werde, sei eine Premiere - zumindest, was die vergangenen 15 bis 20 Jahre angehe, sagte eine Bistumssprecherin am Montag. Für den „Strafprozess auf dem Gerichtsweg“ werde Ackermann ein unabhängiges Richtergremium einsetzen mit Personen, die nicht zum Bistum Trier gehören, hieß es in einer Mitteilung.

Verfahren läuft bereits

Diese sollten nicht aus dem Kreis der Richter des Bischöflichen Offizialats ausgewählt werden und seien auch keine Priester des Bistums Trier. Das Verfahren zur Zusammenstellung dieses Richterkollegiums laufe bereits. Der Prozess werde nicht öffentlich sein, das Bistum werde im Anschluss informieren.

Vorwürfe verjährt

Das Bistum Trier hatte eine kirchenrechtliche Voruntersuchung Anfang 2021 abgeschlossen und das Ergebnis nach Rom gemeldet. Da die mutmaßlichen Vorwürfe gegen den Priester verjährt sind, hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingestellt. Die Beteiligten in dem Fall sowie die Pfarreiengemeinschaft, in der der Beschuldigte tätig war, sind laut Bistum Trier informiert.

Zu den Vorwürfen gab es keine Angaben. Zuvor hatten mehrere Medien über den anstehenden Prozess berichtet.

MissBiT: "Täter die Täter schützen"
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger, 22.06.2021, Länge: 03:58 Min.]
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Pfarrer in führender Position

Laut dem Verein „MissBiT e.V.“, der sich für die Aufklärung sexuellen Missbrauchs in der Kirche einsetzt, war der beschuldigte Pfarrer viele Jahre Leiter der Abteilung Kirchenrecht und Mitarbeiter des damaligen Generalvikars in leitender Position. Im Jahr 2007 sei er zudem als Kirchenrichter und Sachverständiger am Bischöflichen Offizialat Trier tätig gewesen.

In all diesen Jahren sei er mit der Erfassung und Beurteilung von Vorfällen sexualisierter Gewalt in der Kirche befasst gewesen, heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 22.06.2021 berichtet.

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