In einem St. Ingberter Labor werden Corona-Proben analysiert (Foto: Sebastian Knöbber/SR)

Neuer Höchststand bei Corona-Infektionen

Thomas Braun   09.03.2022 | 11:25 Uhr

Die Zahl neuer Coronafälle im Saarland ist auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie gestiegen. Das Infektionsgeschehen breitet sich zunehmend auch in der älteren Bevölkerung aus. Die Zahl der Covid-Intensivpatienten liegt weiter auf einem niedrigen Niveau.

Das Robert-Koch-Institut hat am Mittwoch 3224 neue Corona-Fälle im Saarland gemeldet - so viele wie noch nie innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie. Damit wurde auch der bisherige Höchstwert von 3051 Fällen am 9. Februar überschritten.

Auch die Sieben-Tage-Inzidenz hat mit 1590,3 neuen Fällen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen einen neuen Höchststand erreicht.

Regionales Infektionsgeschehen gleicht sich an

Anders als Anfang Februar verläuft der Anstieg aktuell flächendeckend im Saarland. Damals reichte die Spannweite bei den Sieben-Tage-Inzidenzen in den saarländischen Kreisen von 1093 in St. Wendel bis 1814 in Saarlouis. Aktuell liegen die Kreisinzidenzen mit Werten zwischen 1484 im Regionalverband und 1716 in Saarlouis deutlich dichter beisammen.

Zunehmend Infektionen bei Älteren

Auch bei der Altersverteilung sind die Unterschiede nicht mehr so deutlich wie noch in der zweiten Februarwoche, der KW 06. Damals betrafen mehr als 30 Prozent der bekannten Neuinfektion Kinder und Jugendliche. In der vergangenen Woche waren es nur noch 24 Prozent; und das, obwohl die Fallzahlen in dieser Altersgruppe nach dem Ferienende wieder deutlich angezogen hatten. Das Infektionsgeschehen verlagert sich aber zusätzlich auch stärker in die ältere Bevölkerung.

Dieser schon in den vergangenen Wochen zu beobachtende Trend setzt sich in der laufenden Woche fort. Wie aus Daten des RKI hervorgeht, liegt der Anteil der über 60-Jährigen an allen Neuinfektionen mit 18,5 Prozent aktuell fast auf dem Niveau der unter 19-Jährigen mit rund 20 Prozent.

Der Corona-Experte Professor Thorsten Lehr hatte diese Entwicklung erwartet und verwies schon vergangene Woche auf die beschlossenen Lockerungen und den steigenden Anteil der ansteckenderen Omikron-Subvariante BA.2.

Auch wenn derzeit pro Tag mehr Neuinfektionen gemeldet werden als in der gesamten ersten Corona-Welle, liegt die Zahl der Covid-Intensivpatienten mit zuletzt 22 im Saarland weiterhin auf niedrigem Niveau.

Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern

Ähnlich verläuft die Entwicklung im Bundestrend: Auch hier steigen die Fallzahlen seit einigen Tagen tendenziell wieder an - wenn auch mit größeren Unterschieden zwischen den Bundesländern. In Hamburg etwa liegt die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI aktuell bei 587 - in Mecklenburg-Vorpommern hingegen sind es 1767.

Die Zahl der Intensivpatienten pendelt seit mehreren Wochen zwischen 2000 und 2500 und bleibt damit deutlich unter den bisherigen Höchstwerten, wie aus dem DIVI-Intensivregister hervorgeht.

Stellungnahme des Expertenrates

Aus Sicht des Expertenrates der Bundesregierung ist die Covid-Pandemie derzeit durch die verminderte Krankheitsschwere der Omikron-Variante geprägt. Zudem bestehe "die berechtigte Hoffnung auf eine Abmilderung der gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie". "Dies ist in erster Linie auf die Schutzwirkung der Impfung gegen schwere Krankheitsverläufe zurückzuführen", heißt es hierzu in der am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme des Rates.

Er warnt aber davor, dass gerade mit Blick auf den kommenden Winter eine erneute Belastung des Gesundheitssystems nicht auszuschließen ist. Der Expertenrat fordert daher Notfallstrategien, mit denen Infektionsschutzmaßnahmen jederzeit schnell angepasst werden können.

Gesetzesentwurf für Corona-Regeln nach dem 20. März

Unterdessen hat sich die Ampel-Koalition in Berlin auf einen neuen Entwurf für die am 19. März auslaufenden Corona-Regeln geeinigt. Demnach soll es im Alltagsleben "so gut wie keine Einschränkungen mehr geben", wie Justizminister Marco Buschmann im ARD-Morgenmagazin sagte. Zugleich soll es aber eine Hotspot-Regelung geben, nach der in Regionen mit starken Ausbruchsgeschehen, neuen Virusvarianten oder einer drohenden Überlastung des Gesundheitssystems zeitnah neue Maßnahmen ergriffen werden können.

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