Aufnahmen von der Wohnsiedlung "Folsterhöhe" in Saarbrücken (Foto: UNSERDING/Florian Rahbari)

Programmbeschwerde wegen TV-Beitrag eingelegt

  23.07.2019 | 12:34 Uhr

Der umstrittene "Saarbrooklyn"-Beitrag von Spiegel TV sorgt weiter für Ärger. Die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz bestätigte dem SR einen Bericht der Saarbrücker Zeitung, wonach Programmbeschwerde eingelegt wurde.

Video [aktueller bericht, 23.07.2019, Länge: 4:33 Min.]
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Britz zufolge wurde die Beschwerde bei der zuständigen Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein bereits vergangene Woche eingelegt. Danach wirft die Rathauschefin den Produzenten des Beitrags unter anderem eine unausgewogene und unsachliche Berichterstattung vor. Unter anderem seien Stadt und Verwaltung in der Reportage nicht zu Wort gekommen. Stattdessen sei einseitig berichtet und die ganze Stadt schlecht geredet worden, kritisierte Britz. Bei den Filmaufnahmen der Folsterhöhe sei zudem gezielt ein Gebäude gezeigt worden, das noch nicht renoviert sei.

Interview wurde nicht verwendet

'Saarbrooklyn'-Reportage: OB Britz legt Programmbeschwerde ein
Audio [SR 1, Daniel Simarro, Charlotte Britz, 23.07.2019, Länge: 03:20 Min.]
'Saarbrooklyn'-Reportage: OB Britz legt Programmbeschwerde ein

Die SPD-Politikerin wies zudem darauf hin, dass Spiegel TV den Regionalverband Saarbrücken für ein Interview angefragt hatte. Es habe dann auch ein Interview mit Regionalverbandsdirektor Peter Gillo gegeben. Dieses sei in der Reportage dann aber nicht verwendet worden.

Unterdessen hat der stellvertretende Direktor der Landesmedienanstalt des Saarlandes, Jörg Ukrow, darauf hingewiesen, dass für Beschwerden des Programms von RTL in dessen Rahmen „Spiegel TV“ verbreitet wird, die LMS Niedersachsen zuständig sei. Die LMS im Saarland werde sich aber gegenüber der NLM für eine rasche Aufklärung des Sachverhalts einsetzen.

Kritik auch aus dem Drogenhilfezentrum

Nach "Saarbrooklyn"-Reportage
Spiegel TV widerspricht Vorwürfen

Der Leiter des Drogenhilfezentrums in der Landeshauptstadt, Peter Becker, wirft den Spiegel-TV-Journalisten laut Saarbrücker Zeitung außerdem vor, einem Drogenabhängigen Geld gezahlt zu habe, damit er sich Drogen spritzt. Anschließend habe das Kamerateam den Abhängigen einfach allein gelassen und sich nicht um ihn gekümmert.

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken teilte dem SR am Dienstag zu diesem Vorwurf auf Anfrage mit, auf Basis der bisher vorliegenden Informationen sehe man derzeit keinen Anfangsverdacht für Ermittlungen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 22.07.2019 berichtet.

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