Ein Regionalzug der Deutschen Bahn steht im Bahnhof (Foto: dpa/Daniel Bockwoldt)

Bahn will 950 Mitarbeiter einstellen

Sandra Schick   15.02.2020 | 08:53 Uhr

Die Deutsche Bahn will in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz und dem Saarland rund 950 neue Mitarbeiter einstellen. Bundesweit sollen es rund 25.000 werden. Doch Gewerkschaften mahnen: Wenn sich die Arbeitsbedingungen nicht verbesserten, werde man nicht genügend Leute finden.

Im Zuge der Verkehrswende steht die Deutsche Bahn vor einem mächtigen Wachstumsprogramm. Bereits im Jahr 2019 sind deutschlandweit mehr als 24.000 Menschen eingestellt worden, teilte die DB mit. Darunter 4200 Azubis. In diesem Jahr soll es im Saarland und in Rheinland jetzt noch mal rund 950 Neueinstellungen geben. Gesucht werden vor allem Lokführer, Fahrweginstandhalter und Fahrdienstleiter, aber auch Servicemitarbeiter an den Bahnhöfen und in den Zügen sowie Fahrzeuginstandhalter. Aktuell arbeiten im Saarland nach Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für die DB über 2000 Menschen.

Gewerkschaften mahnen bessere Arbeitsbedinungen an

Die Gewerkschaft der Lokführer (GdL) und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) begrüßen die Einstellungsoffensive grundsätzlich. Allerdings sei es dafür sprichwörtlich "höchste Eisenbahn", sagt Denise Federspiel, Geschäftsstellenleiterin von der EVG im Saarland. Seit Jahren seien die Kollegen bis zum Anschlag ausgelastet, Überstunden häuften sich. Zudem hat sie Zweifel, dass es tatsächlich realistisch ist, die Stellen auch wirklich alle zu besetzen.

Auch bei der Lokführer-Gewerkschaft ist man skeptisch. Vor allem der Beruf des Lokführers habe viel an Attraktivität verloren. Ein Grund seien Schichten, die in 24 Stunden an sieben Tagen zu jeder Tages- und Nachtzeit beginnen und enden könnten, sagt Lutz Dächert, Bezirksvorsitzender der GDL Bezirk Süd-West. "Will man den Beruf wieder attraktiver machen, wären erträgliche Dienstpläne ein wichtiger Schritt. Wenn die Mitarbeiter nur eins von vier Wochenenden im Monat frei haben und dann auch noch gebeten werden, eine Schicht zu übernehmen, dann stimmt etwas im System nicht mehr."

Bundesländer in der Pflicht

Schuld an der aktuellen Situation sei aber nicht nur das Unternehmen DB, sagt Dächert. Die Bundesländer sollten sich bewusst sein, dass Nahverkehr Geld kostet. Sie seien der Treiber dafür, dass in den Unternehmen immer mehr Geld gespart werden müsse. "Leittragender ist das Personal. Nur wenn sich grundlegende Dinge verbessern, werden wieder mehr Menschen den Beruf eines Lokomotivführers oder Zugbegleiters erlernen wollen."

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