Als der Krieg über uns gekommen war (Foto: Bildarchiv Historisches-Museum-Saar)

Neue Kriegsführung: Luftangriffe

Michael Schmitt/red  

Der erste Weltkrieg forderte auch deswegen so viele Opfer, weil mit bis dahin völlig neuartigen Möglichkeiten gekämpft wurde. Vor allem Luftangriffe durch Bomber forderten auch in Saarbrücken viele Tote und Verletzte, da die Menschen zunächst nicht wussten, wie sie sich verhalten sollten.

Mehr als 50 Kilometer von der Front entfernt war an der Saar zunächst nichts von Kämpfen zu spüren. Das änderte sich am 15. August 1915: Luftangriffe brachten den Krieg an die Saar. Es war eine völlig neue Form der Kriegsführung. Der erste Angriff auf Saarbrücken forderte 13 Tote und viele Verletzte. Das lag unter anderem am Verhalten der Menschen: Sie blieben auf der Straße. 

Völlig unerfahren mit solchen Angriffen, wussten sie zunächst nicht, wie sie sich richtig verhalten sollten. Die Regierung sorgte zügig für Aufklärung, unter anderem mit Flugblättern und Plakaten.

Hauptangriffsziel Saarbrücken

Die Stadt Saarbrücken gehörte mit ihrem für den Krieg wichtigen Bahnhof und der nahen Industrie zu den Hauptangriffszielen der Bomber. Bis 1918 nahm die Zahl der Angriffe ständig zu. 

Durch die Ungenauigkeit der Bomben und deren geringer Sprengkraft blieben die Zahl der Toten und Verletzten sowie die Schäden relativ gering. Die Angriffe zeigten aber andere Wirkungen. Durch die häufigen nächtlichen Alarme und das stundenlange Ausharren in Schutzräumen fühlte sich die Bevölkerung ständig bedroht. In der Industrie kam es zu vielen Produktionsstopps.       

Ablenkungsmanöver gegen Luftangriffe  

Um die nächtlichen Luftangriffe zu erschweren, wurde in den Städten die Straßenbeleuchtung auf das Notwendigste reduziert. Auch Geschäfte und Haushalte mussten die Beleuchtung ausschalten. Dort, wo nachts gearbeitet wurde, wie in Hütten oder auf Bahnhöfen, war das aber kaum möglich. Hier wurden teilweise Tricks angewendet. So wurden unter anderem Scheinanlagen errichtet.              

Die Völklinger Hütte baute auf der Bouser Höhe Hallen mit roten Fensterscheiben. Bei Fliegeralarm wurden die Hallen innen beleuchtet. Von den Bombern wurden oft die Scheinanlagen angegriffen.

Land & Leute
Militarisierung an der Saar
Schon lange Zeit bevor der Erste Weltkrieg begann, waren preußische Truppen im Saarrevier stationiert, obwohl eine große Ablehnung gegen sie herrschte. Aber Offiziere und andere militärische Würdenträger gehörten trotzdem bald zum alltäglichen Bild der Saarbrücker.