Buchenwald  (Foto: picture alliance/Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa)

Saar-Wald soll noch naturnaher werden

  18.07.2021 | 08:30 Uhr

Der SaarForst hat gemeinsam mit dem Umweltministerium eine neue Biodiversitätsstrategie für den Staatswald im Saarland herausgebracht. Ziel ist es, langfristig einen widerstandsfähigen Wald zu bekommen, der mit dem Klimawandel zurechtkommt. 

Das Saarland will in der Waldwirtschaft langfristig auf ein widerstandsfähiges Buchen-Mischwaldökosystem hinarbeiten, teilte das Umweltministerium mit. Das bedeutet: Man möchte einen Wald, der dem Wald nahe kommt, der auch von Natur aus im Saarland vorkommt. Ein solcher Wald sei am ehesten geeignet, mit den Anforderungen des Klimawandels zurecht zu kommen.

Rotbuchenwälder schützenswert

Dabei ist der Wald im Saarland ohnehin schon der naturnächste Wald in der Bundesrepublik. Der Laubbaumanteil beträgt über 70 Prozent. Die meisten Laubbäume im Saarland sind Buchen, gefolgt von Eichen.

Besonders für den Rotbuchenwald haben Deutschland und das Saarland "eine besondere Verantwortung", heißt es in der neuen Biodiversitätsstrategie. Denn er wäre von Natur aus eigentlich hier dominierend. Zudem sind aus globaler Sicht Rotbuchenwälder extrem selten. Die wenigen noch verbliebenen Buchen-Urwälder in Teilen Osteuropas seien sogar stark gefährdet.

Mehr Totholz

In der Strategie ist deshalb formuliert, dass man langfristig nur noch 20 Prozent nicht einheimische Baumarten im Wald haben möchte.

Außerdem möchte man den Anteil an Totholz auf den Waldflächen verdoppeln. Totholz hat eine wichtige Funktion im Wald: Es ist Lebensraum für Flechten, Moose, Pilze, Käfer, Schnecken und andere Tiere und Pflanzen. Daher entnimmt man heutzutage beim Schlagen nie den ganzen Baum aus dem Wald, sondern lässt Teile als Totholz zurück.

Altbäume schützen

Außerdem sind in der neuen Waldstrategie weitere Ziele festgehalten: Man will weniger Holz schlagen, der Waldvorrat soll von 358 Festmeter pro Hektar auf 400 Festmeter gesteigert werden. Auch Alt- und Biotopbäume sollen besonders geschützt werden.

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