Strafprozessordnung und Gerichtsakten (Foto: dpa/Bodo Schackow)

Neue Zeugin belastet Angeklagten schwer

Thomas Gerber   10.03.2021 | 17:25 Uhr

Im „Mordprozess ohne Leiche“ haben am Mittwoch mehrere Zeuginnen vor dem Landgericht ausgesagt. Dabei bestätigten sie die These der Anklage, dass der seit 1991 als vermisst geltende Völklinger Peter Gregorius von den Angeklagten damals getötet worden war.

Insbesondere der mutmaßliche Haupttäter Ralf W., der Gregorius von hinten mit einem Knüppel niedergestreckt haben soll, wurde schwer belastet. Denn nachdem sie bisher von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht hatte, erschien heute seine Ehefrau im Zeugenstand, machte per Videokonferenz eine Aussage.

Schilderung gegenüber Zeugin

Bereits ganz zu Beginn ihrer Beziehung zum mutmaßlichen Haupttäter habe der ihr 2007 oder 2008 von dem Mord berichtet. Bei einer privaten Feier sei es zu einem Streit gekommen, und er habe einen Gast mit den Worten bedroht: „Ich bring Dich um, Du wärst nicht der erste“.

Danach, so die Zeugin, habe Ralf W. ihr geschildert, wie er und die beiden Mitangeklagten Gregorius unter dem Vorwand eines Drogengeschäfts in den Wald bei Wadgassen gelockt und getötet hätten. Dabei habe W. sich selbst als den eigentlichen Mörder bezeichnet.

Langes Schweigen aus Angst

Jahrelang habe sie auch aus Angst vor ihren gewalttätigen Mann geschwiegen – sich vor vier Wochen dann aber entschlossen, zur Polizei zu gehen. Als die 56-Jährige heute kurz im Gerichtssaal saß, stierte ihr Mann sie minutenlang an, warf ihr mehr als giftige Blicke zu. Der Prozess wird übernächste Woche fortgesetzt.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 10.03.2021.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja