Elch Karl Gustav in seinem Freisener Gehege (Foto: Naturwildpark Freisen)

Naturwildpark Freisen gerettet

Daniel Dresen   24.06.2020 | 21:49 Uhr

Der Naturwildpark Freisen hat mittels zahlreicher Spenden das Aus in der Corona-Krise abgewendet. Im April hatten die Verantwortlichen eine Insolvenz im Sommer befürchtet, weil der Park im Zuge der Maßnahmen gegen das Coronavirus schließen musste.

Viele Tierfreunde im Nordsaarland waren geschockt, als der Naturwildpark Freisen im April auf seiner Facebook-Seite um Spendengelder für seine 500 Tiere bat, um eine mögliche Insolvenz im Sommer zu verhindern. Der Park, der nur von Anfang März bis Ende November seine Tore für Besucher öffnet, litt besonders stark unter dem von der Politik verhängten Corona-Lockdown seit dem 18. März. "Wir hatten gerade zweieinhalb Wochen geöffnet, da mussten wir, um das Coronavirus einzudämmen, schon wieder schließen", sagt Geschäftsführer Jörg Broszeit.

Naturwildpark Freisen ist gerettet (05.07.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 05.07.2020, Länge: 02:38 Min.]
Naturwildpark Freisen ist gerettet (05.07.2020)

Rettung in letzter Sekunde

Im April dann der mediale Hilferuf: Alle Reserven seien aufgebraucht. Aufgrund der täglichen Futterkosten von 500 Euro sei der Park in der einnahmenlosen Zeit dringend auf Spenden angewiesen. Sonst drohe das finanzielle Aus des Naturwildparks Freisen.

Zahlreiche Geld- und Futterspenden von Unternehmen und Privatpersonen aus dem Saarland trugen am Ende zu einer "Rettung in letzter Sekunde" bei, so der Geschäftsführer. Auch die Hausbank habe mitgespielt. Dafür ist Jörg Broszeit, der den Park gemeinsam mit seinem Bruder Matthias seit 1999 führt, sehr dankbar.

Besucherzahlen entwickeln sich positiv

Seit dem 4. Mai ist der Wildpark nach dem Corona-Lockdown unter besonderen Hygieneauflagen wieder geöffnet. So musste beispielsweise ein separater Ausgang geschaffen werden, um die Abstandsregeln einzuhalten.

Außerdem dürfen Besucher derzeit nicht das Indoor-Gehege der Berberaffen betreten, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Zudem gibt es Speisen und Getränke auf dem Gelände nur zum Mitnehmen.

Wohl kein Mittelaltermarkt

"Die Besucherzahlen haben sich seit der Wiedereröffnung sehr positiv entwickelt. Sie sind höher als im Vorjahreszeitraum", so Broszeit. Er begründet dies mit dem sonnigen Frühjahrswetter und dem coronabedingten Trend "Urlaub vor der Haustür". Die derzeitige Entwicklung stimmt die Broszeits optimistisch.

Dennoch bleibt ein Wermutstropfen: Die geplanten Mittelaltermärkte auf dem Gelände fallen dem coronabedingten Großveranstaltungsverbot bis mindestens Ende Oktober zum Opfer. Mittelalter-Fans, die spontan einen Spaziergang durch den Wildpark machen, bleiben in diesem Jahr voraussichtlich aus.

Neue Rentier-Anlage

Nichtsdestotrotz herrscht Aufbruchsstimmung: Gerade stehen im Naturwildpark einige Reparaturen an, weil auf dem Gelände viel Holz als Baustoff verarbeitet wurde, das witterungsbedingt nach ein paar Jahren ausgetauscht werden muss. Gegenüber des Elch-Geheges entsteht zudem eine neue Rentier-Anlage. "Wir wollen den Park besucherfreundlicher gestalten. Daher arbeiten wir auch mit einem Lehrer der Gemeinschaftsschule Freisen zusammen, der uns eine neue Beschilderung gestaltet", verrät Broszeit.

Außerdem kündigt der Betreiber eine weitere Veränderung an: In Zukunft will der Naturwildpark auch in den Wintermonaten bei schönem Wetter öffnen.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "aktueller bericht" im SR Fernsehen vom 24.06.2020 berichtet.

Von Corona-Krise hart getroffen
Naturwildpark Freisen droht das Aus

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja