Kinderrechte (Foto: dpa)

Saarland hat Nachholbedarf bei Kinderrechten

Sandra Schick   04.12.2019 | 10:10 Uhr

Das Deutsche Kinderhilfswerk sieht erheblichen Nachholbedarf bei der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention im Saarland. Das ist das Ergebnis des ersten „Kinderrechte-Index“ für die Bundesrepublik Deutschland, den das Deutsche Kinderhilfswerk am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat.

Interview: "Schulwege aus Kindersicht gestalten"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi / Kai Hanke, 04.12.2019, Länge: 03:27 Min.]
Interview: "Schulwege aus Kindersicht gestalten"

In der Pilotstudie „Kinderrechte-Index“ hat das Deutsche Kinderhilfswerk untersucht, wie viel Beachtung grundlegende Kinderrechte in den Bundesländern finden. Im Gesamtergebnis schneiden Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein überdurchschnittlich ab. In diesen Ländern werden Kinderrechte vergleichsweise gut umgesetzt. Das Saarland hingegen bildet zusammen mit Hamburg, Hessen und Sachsen-Anhalt das Schlusslicht.

Kritik gibt es am Saarland vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheit und angemessener Lebensstandard. So gebe es Verbesserungsbedarf bei den Angeboten und Informationen zu Gesundheitsthemen in Schulen, bei der Sicherheit der Schulwege oder bei den Spielplatzangeboten. Positiv schneidet das Saarland hingegen bei dem Anteil der öffentlichen Ausgaben für Kinder- und Jugendarbeit am Gesamthaushalt ab. Auch die Berücksichtigung von Kinderinteressen in der Landesbauordnung sei gut.

Saarland soll von anderen Ländern lernen

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, sagte, man hoffe sehr, dass das Saarland den Kinderrechte-Index zum Anlass nehme, von den Stärken anderer Bundesländer zu lernen, die Verbesserungsbedarfe der Kinder- und Jugendpolitik zu überprüfen und diese gezielt anzugehen. „So sehen wir beispielsweise bei der Mitbestimmung von Kindern in Politik und Schulen, bei der Medienbildung in der Schule, bei den Informationen für Eltern über Förderangebote an den Schulen, oder der Etablierung einer institutionalisierten Interessenvertretung für Kinder auf Landesebene noch sehr viel Luft nach oben“, sagt Krüger.

Insgesamt stehe man in Deutschland 30 Jahre nach Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention „kinderrechtlich vor einem föderalen Flickenteppich".

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 04.12.2019 berichtet.

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