Adam Schmitt – Nachhaltigkeitsbeauftragter der Stadt St. Ingbert (Foto: SR)

Mit Ideen und Überzeugung die Umwelt stärken

Norman Striegel / Onlinefassung: Laura Heckmann   02.05.2021 | 13:00 Uhr

Adam Schmitt ist Nachhaltigkeitsbeauftragter der Stadt St. Ingbert. Zuvor war der 69-Jährige Stadtrat der Grünen und Beigeordneter. Jetzt übt er ein Ehrenamt aus, für das es Überzeugung und einen starken Willen braucht.

Mit dem Fahrrad unterwegs, ohne fossile Brennstoffe – das ist für Adam Schmitt selbstverständlich. Als Nachhaltigkeitsbeauftragter setzt er sich für einen vernünftigeren Umgang mit den Lebensgrundlagen seiner Stadt ein. „Man braucht Ideen und ein dickes Fell, weil man nicht erwarten kann, dass die Ideen die man hat bei den anderen ohne Widerstände akzeptiert werden, weil das Beharrungsvermögen doch immer sehr groß ist.“

Engagement – ehrenamtlich für die Nachhaltigkeit
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 29.04.2021, Länge: 05:16 Min.]
Engagement – ehrenamtlich für die Nachhaltigkeit

Trinkwasser-Zapfstellen in der Stadt

Als Gewässerökologe ist Wasser ein wichtiges Thema für Adam Schmitt. Er will Trinkwasserbrunnen in der Stadt errichten lassen – Zapfstellen, an denen sich jeder bedienen kann. „Es geht darum erstmal klar zu machen, dass unser Trinkwasser eine gute Qualität hat. Und der zweite Punkt ist natürlich, dass Wasser aus Plastikflaschen einen hohen Ressourcen-Verbrauch bringt, der eigentlich nicht nötig ist.“

Seine Überzeugungsarbeit zeigt Wirkung, aber Corona bremst ihn aus. „Der Stadtrat von St. Ingbert hat beschlossen, dass man sowas macht. Aber im Moment gibt es halt noch die Frage, wie kann das hygienisch ordentlich gemacht werden.“ Zurzeit sei die Sorge bei vielen Menschen groß, dass an solchen Zapfstellen Corona verbreitet werden könne. Das bremse das Vorhaben aus.

Visionen vs. Verwaltung

Ein weiteres großes Thema: Verkehr und Radwege. Mit dem Mobilitätsmanager der Stadt will Adam Schmitt über bestehende Brennpunkte sprechen und kreative Lösungen finden. Kein leichtes Vorhaben, wenn ambitionierte Visionen auf die nüchterne Verwaltungsrealität treffen. „Ich denke das Zusammenspiel zwischen dem Ehrenamt als Ideengeber und Kontrolleur und dem Hauptamt ist wichtig, weil im Hauptamt ja die Ideen dann in der Verwaltung gesetzeskonform umgesetzt werden müssen  und natürlich auch geschaut werden muss, wo kriege ich das Geld her.“

Der St. Ingberter Mobilitätsmanager Dennis Becker sieht hier jedoch ein Problem: „Das ist schwierig immer dann, wenn viel Abstimmungsarbeit nötig ist und viele Interessen aufeinandertreffen.“

„Zeitgeist noch ein anderer“

Als ehemaliger Stadtrat der Grünen und Beigeordneter kennt Adam Schmitt die Zwänge von Politik und Verwaltung. Seinen Prinzipien versucht er aber treu zu bleiben. So nutzt er zuhause beispielsweise Regenwasser, an anderen Projekten sei er aber auch gescheitert. „Manche Dinge sind überhaupt nicht umsetzbar, weil die Widerstände zu groß sind, oder weil es zu teuer ist, oder weil keiner mitgehen will, weil der Zeitgeist noch ein anderer ist.“ Durch und durch nachhaltig leben – das schafft selbst ein Nachhaltigkeitsbeauftragter nicht.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "Wir im Saarland - Das Magazin" am 29. April berichtet.

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