Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenmappen (Foto: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Prozess um versuchten Mord an Mopedfahrer

  17.09.2020 | 14:17 Uhr

Wegen eines eskalierten Nachbarschaftsstreits steht ein 64 Jahre alter Mann seit Mittwoch wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Saarbrücken. Er soll am 22. März einem 30-jährigen Nachbarssohn aufgelauert, ihn vom Moped geholt und mit einem Messer schwer verletzt haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten aus Merzig Heimtücke vor. Offenbar hatte er sich über den Mopedfahrer geärgert, der auf dem Weg zu dessen Jagdrevier an seinem Ziegenstall vorbeigefahren war. Laut Anklage sei der 64-Jährige plötzlich aus einer Hecke aufgetaucht, habe mit einer Schaufel auf den 30-Jährigen eingeschlagen und ihn zu Fall gebracht.

Aussage gegen Aussage

Dann soll er dem Nachbarssohn mit einem Messer in die Brust gestochen, ihm den Helm vom Kopf gezogen und in seine Kopfrichtung gestochen haben. Dem Opfer gelang es, zu flüchten. Der Angeklagte schilderte vor Gericht eine komplett andere Version. Demnach habe der Nachbar ihn angegriffen und mit einem Stiel und seinem Helm geschlagen. "Ich war machtlos und hilflos, das war eine Situation auf Leben und Tod", berichtete er.

"Ein Blick wie ein Wahnsinniger"

Seine Frau sagte aus, der Nachbarssohn habe am Tag zuvor zum wiederholten Male vor dem Schaf- und Ziegenstall sein Moped aufgedreht, um die Tiere "zu quälen und zu vergiften". Der Geschädigte war nach der Tat dreieinhalb Monate krankgeschrieben und befindet sich seitdem in psychologischer Behandlung. Bei dem Angriff habe er Angst wie noch nie in seinem Leben gehabt. "Er hatte einen Blick drauf wie ein Wahnsinniger, ich träume heute noch davon", sagte er über den Angeklagten.

Im Laufe des Prozesses soll noch ein psychiatrischer Sachverständiger zur Schuldfähigkeit des Angeklagten gehört werden. Ein Urteil wird am zweiten Verhandlungstag am 29. September erwartet.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 17.09.2020 berichtet.

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