Arzt im Beratungsgespräch mit einer Patientin (Foto: Imago Images/Westend61)

Mehr Saarländer als angenommen leiden an Long-Covid

Kristin Luckhardt   08.10.2021 | 06:30 Uhr

Im Saarland leiden offenbar viel mehr Menschen nach einer Coronainfektion an Spätfolgen als bisher angenommen. Darauf deutet eine Umfrage der IKK Südwest hin. Darin gaben fast zwei Drittel der Befragten an, dass sie Long-Covid-Symptome haben.

Auch mehr als sechs Monate nach einer Coronainfektion leiden viele Betroffene unter Müdigkeit und Erschöpfung, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen oder Kurzatmigkeit. Diese Symptome wurden in einer Versichertenbefragung der IKK Südwest am häufigsten genannt.

Video [aktueller bericht, 08.10.2021, Länge: 3:05 Min.]
Long-Covid Folgen bei Patienten

Dabei waren nach eigenen Angaben 70 Prozent der Betroffenen trotz der anhaltenden Symptome nicht krankgeschrieben. 66 Prozent derjenigen mit Covid-19-Spätfolgen sind demnach nicht in ärztlicher Behandlung.

Patienten aus erster Welle noch eingeschränkt

Mehr Saarländer als angenommen leiden an Long-Covid
Audio [SR 3, Studiogespräch: Renate Wanninger / Kristin Luckhardt, 08.10.2021, Länge: 03:03 Min.]
Mehr Saarländer als angenommen leiden an Long-Covid

IKK-Vorstand Jörg Loth sagte, zahlreiche Covid-19-Patienten aus der Region gelten zwar als genesen, seien aber offenbar trotzdem auch nach langer Zeit nicht gesund. Die Umfrage deute darauf hin, dass selbst Patienten aus der ersten Welle immer noch gesundheitlich eingeschränkt seien.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Frauen sind offenbar häufiger betroffen als Männer. In der Befragung waren 64 Prozent der Betroffenen weiblich.

Befragung von 1400 Versicherten

Bei 83 Prozent der Befragten liegt die Infektion mehr als sechs Monate zurück. 74 Prozent stufen ihre damalige Erkrankung als mittelschwer ein. Trotzdem leiden die meisten von ihnen unter Langzeitfolgen.

Die meisten Befragten sind zwischen 40 und 59 Jahre alt. 58 Prozent zählen zu dieser Altersgruppe. An der Befragung nahmen insgesamt 1400 Versicherte teil, davon knapp 240 aus dem Saarland.

Keine offizielle Datenbasis

Offizielle Studien und Daten bezüglich der Langzeitfolgen von Covid-Erkrankungen gibt es seitens der Landesregierung bisher noch nicht. Das hatte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Magnus Jung, am Dienstag bei der Sitzung des Gesundheitsausschusses kritisiert.

Für künftige Strategien müsse es eine valide Datenbasis geben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 08.10.2021 berichtet.

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