Ein Mann mit Handschellen (Foto: picture alliance / Boris Roessler/dpa)

Mutmaßliches Terroristenpaar verhaftet

Thomas Gerber   18.05.2022 | 14:16 Uhr

Die deutschen und französischen Behörden haben ein mutmaßliches Terroristenpaar verhaftet. Der gebürtige Saarländer und seine Partnerin sollen versucht haben, in Mali Kontakte zu islamistischen Kämpfern aufzunehmen. Die französische Terrorstaatsanwaltschaft hatte das Paar aufgespürt.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Saarbrücken jetzt bestätigte, wurde bereits Mitte Februar ein 39 Jahre alter Deutsch-Syrer in seiner Wohnung in Burbach festgenommen. Dabei handelt es sich nach SR-Informationen um den im Saarland geborenen Michel R., der sich im Internet Salahudin Ibn Jafar nannte.

Ihm und seiner Partnerin, die in Frankreich festgenommen werden konnte, werde die "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" vorgeworfen. Das Paar sei gemeinsam mit seinen Kindern im Oktober vergangenen Jahres nach Mali gereist, um sich dort an Waffen ausbilden zu lassen.

39-Jähriger räumt nur Mali-Reise ein

Sie hätten geplant, am bewaffneten Kampf des malischen Ablegers des Islamischen Staates gegen die Regierungstruppen und die französische Militär-Mission teilzunehmen. Das Verfahren gegen das Paar sei aufgrund von Ermittlungen der Pariser Staatsanwaltschaft zur Bekämpfung des Terrorismus ins Rollen gekommen.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft hat der 39-Jährige lediglich die Reise nach Mali eingeräumt. Das Vorhaben, sich dort den Islamisten anzuschließen, habe er bestritten. Der Verteidiger Salahudins wollte sich auf SR-Anfrage zunächst nicht äußern.

Salahudin wohl Teil islamistischen Netzwerks

Salahudin hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. 2014 hatte er in seiner Saarbrücker Wohnung vorübergehend eine Flagge des IS gehisst. 2011 war er gemeinsam mit seiner damaligen Lebensgefährtin, einer US-Amerikanerin mit dem Kampfnamen "Dschihad Kathie", bei Spiegel TV aufgetreten.

Salahudin hatte dabei Anschläge von Islamisten auf Angehörige der Bundeswehr und des US-Militärs gerechtfertigt. Der 39-Jährige soll damals Teil eines islamistischen Netzwerks gewesen sein, dem unter anderem die Attentäter von Frankfurt und Stockholm angehört haben sollen.

In Frankfurt waren im März 2011 zwei US-Soldaten von dem Islamisten Arid Uka ermordet worden. In Stockholm hatte Ende 2010 ein Selbstmordattentäter zunächst seinen Wagen und dann sich selbst in die Luft gesprengt. Zwei Passanten wurden verletzt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 18.05.2022 berichtet.

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