Labor (Foto: picture alliance/dpa/Sputnik)

40 Prozent der Coronafälle im Regionalverband durch Mutanten

Melina Miller   03.03.2021 | 19:09 Uhr

Seit Anfang Februar ist die Zahl der Coronainfektionen, die durch eine Variante des Virus verursacht wurden, im Regionalverband Saarbrücken kontinuierlich gestiegen. Innerhalb von vier Wochen ist der Anteil der Mutanten von rund sieben auf 40 Prozent geklettert.

Von 270 gemeldeten Coronafällen im Regionalverband Saarbrücken sind in der vergangenen Woche 108 durch Mutanten verursacht worden. Dieser Anteil ist in den vergangenen vier Wochen stetig gestiegen, wie die Zahlen des Regionalverbands zeigen - und zwar mit zunehmenden Wachstumsraten.

Mehr als die Hälfte der durch Mutanten verursachten Infektionen im Regionalverband entfallen auf die erstmals in Großbritannien festgestellte Variante B.1.1.7. Allerdings nehmen auch die Fälle mit der südafrikanischen oder brasilianischen Variante deutlich zu: In der vergangenen Woche entfielen im Regionalverband 44,5 Prozent der durch Mutanten verursachten Coronafälle auf diese Varianten. In der ersten Februarwoche waren es noch rund zehn Prozent.

Noch Nachmeldungen möglich

Bei den Zahlen der Kalenderwoche 8 könnten zudem noch einige Fälle nachgemeldet werden, da die Sequenzierung der Proben nach einem positiven Coronatestergebnis einige Tage dauern würde, teilte ein Sprecher des Regionalverbandes mit.

Zudem könnten die Daten leicht verzerrt sein, da nach einem Coronainfektion mit einer Mutante möglicherweise mehr Folgefälle entdeckt würden als nach einer Infektion mit dem Wildtyp, also dem ursprünglichen Virus.

Grund dafür ist laut Regionalverband, dass nach einer Infektion durch eine Mutante alle Kontaktpersonen stringent getestet werden müssen. Nach einer Infektion mit dem Wildtyp des Virus gebe es zusätzlich zur angeordneten Quarantäne dagegen lediglich die Empfehlung, sich testen zu lassen.

Keine zeitliche Entwicklung für gesamtes Bundesland

Ein Vergleich mit der Entwicklung im gesamten Saarland ist derzeit nicht möglich. Das Gesundheitsministerium hat zwar die Gesamtzahl aller bislang bekannten Infektionen mit einer Virusvariante veröffentlicht - eine zeitliche Einordnung der Zahlen ist allerdings nicht möglich. Auch auf Nachfrage konnte das Ministerium bislang keine entsprechende Übersicht anbieten.

Aus der Gesamtübersicht aller bislang bekannten Fälle ist ersichtlich, dass die meisten Fälle mit Virusvarianten bislang im Regionalverband Saarbrücken entdeckt wurden.

Südafrikanische Variante in Moselle

Auch im benachbarten französischen Département Moselle hat sich vor allem die Variante aus Südafrika stark ausbreitet. Abgesehen vom geografisch nahe gelegenen Regionalverband sieht die Entwicklung in ganz Deutschland aber anders aus: Bundesweit liegt der Anteil der Variante B.1351 an allen Infektionen derzeit bei etwa einem Prozent, wie die Bundesregierung mitteilte. Das zeigt auch der aktuelle Bericht des Robert Koch-Instituts.

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