Blick auf das Gräberfeld in Verdun (Foto: dpa)

Museen in der Region mit Ausstellungen zum ersten Weltkrieg

Michael Schmitt/red   05.05.2014 | 07:00 Uhr

Zum 100. Jahrestag des Kriegsausbruchs befassen sich in der Großregion mehrere Museen mit dem Ersten Weltkrieg. Auch in einigen ständigen Ausstellungen wird der Krieg thematisiert. Hier eine Auswahl.

 Nur etwa 150 Kilometer von der saarländischen Grenze entfernt liegen die Schlachtfelder von Verdun. Auf ihnen befinden sich heute viele Mahn- und Ehrenmale sowie Gedenkstätten. Darüber hinaus lassen sich in vielen Orten in der Region Denkmäler finden. Oft stehen sie auf Friedhöfen.

Historisches Museum Saar Saarbrücken                             

Das Historische Museum Saar am Saabrücker Schlossplatz befasst sich mit der Saargeschichte seit 1870. Teil der kürzlich überarbeiteten ständigen Ausstellung ist auch der Erste Weltkrieg. So sind dort u.a. ein Krankentransportwagen und ein "Sauerbruch-Arm" zu sehen. Es handelt sich um eine vom Chirurgen Sauerbruch entwickelte Prothese. Auch der "Eiserne Ritter" wird gezeigt. Die Holzfigur aus der Saarbrücker Ursulinenschule konnte gegen Spenden mit Nägeln behauen werden, bis sie komplett bedeckt war. Auch selbstgemachte Souvenirs der Soldaten sind zu sehen.                                     

Historisches Museum Saar, Schlossplatz 15, 66119 Saarbrücken                     

www.historisches-museum.org           

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, So: 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Do: 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr, Sa: 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Montag geschlossen    

Eintrittspreise Dauerausstellung: Erwachsene: 5,00 Euro, Ermäßigt: 3,50 Euro

Historisches Museum der Pfalz Speyer  

Das Historische Museum der Pfalz in Speyer widmet sich dem Ersten Weltkrieg mit der Ausstellung "1914 bis 1918 - Die Pfalz im Ersten Weltkrieg". Die Schau ist Teil der Sammelausstellung. Innerhalb des Bereichs "Die Neuzeit" richtet das Museum für die Jahre 1914 bis 1918 einen eigenen Ausstellungsbereich ein. Gezeigt werden zeitgenössische Objekte, Fotos und Dokumente. Die Dauer der Ausstellung entspricht dabei der Dauer des Ersten Weltkriegs. Sie beginnt am 28. Juni 2014 und endet mehr als vier Jahre später am 11. November 2018.  

Historisches Museum der Pfalz, Domplatz 4, 67346 Speyer                          

www.museum.speyer.de                  

Öffnungszeiten: Di - So : 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Montags geschlossen                   

Eintrittspreise Sammelausstellung: Erwachsene: 7,00 Euro, Ermäßigt: 5,00 Euro, Studenten/Schüler/Kinder: 3,00 Euro                           

Musée Lorrain Nancy                                                

Das Musée Lorrain in Nancy zeigt anlässlich des 100. Jahrestages eine Sonderausstellung über den Beginn des Ersten Weltkrieges in Lothringen. Die Ausstellung "Sommer 1914, Nancy und Lothringen im Krieg" befasst sich neben der Entstehung des Krieges und der Konflikte in Lothringen auch mit dem Alltag an der Front und dahinter. Ankerpunkt der Ausstellung, die bis zum 21. September 2014 läuft, ist die zentrale "Schlacht des Grand Couronné". Sie spielte eine zentrale Rolle bei der Verteidigung Nancys.                  

Musée Lorrain - Palais Ducal 64, Grande Rue, F-54000 Nancy 

www.musee-lorrain.nancy.fr            

Öffnungszeiten: Di - So : 10.00 Uhr bis 12.30 Uhr und von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Geschlossen am 1.Mai und 14.Juli      

Eintrittspreise: Erwachsene: 4,00 Euro, Ermäßigt: 2,50 Euro

Die Schlachtfelder von Verdun heute                           

Die Landschaft rund um Verdun ist bis heute von den grausamen Kampfhandlungen geprägt. Große Teile gehören heute dem französischen Staat und sind zur "Zone rouge" (Rote Zone) erklärt worden. Dort pflegt die "Nationale Gesellschaft" zum Andenken an die Schlacht von Verdun" die Erinnerung. Ackerbau, Baumaßnahmen etc. sind dort nicht erlaubt. Die Landschaft soll unverändert bleiben.                                       

Neben Museen und Denkmälern prägen besonders die vielen Soldatenfriedhöfe das Gelände. Für den Besucher wird der Schrecken des Krieges und das Ausmaß der Schlachten noch heute deutlich.

Es gibt mehrere Wanderungen, die durch die Rote Zone führen. Sie vermitteln einen Eindruck der Größe des Schlachtfeldes und der Stellungen. Besucher sollten gutes Schuhwerk tragen. Die Wege sind oft uneben. Zudem befinden sich noch heute massenweise Granatensplitter und andere Reste des Krieges im Boden. Es ist strikt verboten, diese einzusammeln.  

Darüber hinaus können unter anderem das Fort de Douaumont, das Fort de Vaux und das Beinhaus von Douaumont besichtigt werden. Es sollte ausreichend Zeit für die Besuche eingeplant werden.            

Maison du Tourisme de Verdun, Place de la Nation, F-55106 Verdun                        

www.verdun-tourisme.com

Bei der Tourismus-Information in Verdun sind umfangreiche Informationen zum Besuch der ehemaligen Schlachtfelder, der dort liegenden Museen und Denkmäler erhältlich.

Kriegerehrenmal in Altenkessel                                           

Nach dem Massensterben während des Ersten Weltkriegs wurden in vielen Orten Ehrenmale für die Gefallenen aufgestellt. Ein Beispiel dafür ist noch in Saarbrücken-Altenkessel zu sehen. Es wurde 1929 an der Ortsausfahrt Richtung Riegelsberg gebaut. Das etwa fünf Meter hohe Ehrenmal steht heute unter Denkmalschutz. Es ist handwerklich anspruchsvoll gestaltet.                                                       

Denkmale wie in Altenkessel finden sich auch an anderen Orten, u.a .auf Friedhöfen. Zudem gibt es auch in vielen Kirchen Erinnerungstafeln für gefallene Mitglieder der jeweiligen Gemeinde.

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