Zwei Saarländer helfen nach Zyklon in Mosambik

Leonie Rottmann   22.04.2019 | 08:30 Uhr

Nachdem der Zyklon „Idai“ in Mosambik vor einigen Wochen weite Gebiete überschwemmt und zerstört hat, hat das Technische Hilfswerk Experten in die Krisenregion geschickt – darunter auch zwei Saarländer. Vor Ort helfen sie, das Trinkwasser aufzubereiten und Brunnen zu reparieren.

„Ich versuche Menschen, die nichts hatten und jetzt noch den Rest verloren haben, ein wenig beim Wiederaufbau zu helfen und dabei noch das eine oder andere Leben zu retten“, erzählt Markus Fournier aus Theley, einer der beiden saarländischen THW-Helfer in Mosambik. Die Lage vor Ort habe sich inzwischen schon ein wenig entspannt und das Chaos sei größtenteils beseitigt. „Die Opfer sind trotzdem weiterhin auf Hilfe angewiesen, denn was passiert, wenn kein Trinkwasser vorhanden oder dieses stark verunreinigt ist, ist jedem bekannt.“

Abwasser verkeimt das Trinkwasser

Zyklon „Idai“

Der Zyklon „Idai“ traf am 14. März mit bis zu 190 Kilometern pro Stunde in Südostafrika auf das Land. Nach dem Unglück hat die Regierung in Mosambik offiziell den Notstand ausgerufen und ein internationales Hilfegesuch gestellt. Betroffen sind neben Mosambik auch die Länder Simbabwe und Malawi. Im Auftrag der Bundesregierung wurden daraufhin Einsatzkräfte der Schnell-Einsatz-Einheit Wasser Ausland (SEEWA) vom Technischen Hilfswerk rekrutiert und sind nach Afrika geflogen.

Markus Fournier arbeitet aktuell nicht an der Trinkwasseraufbereitung, sondern am Abwassermanagement. „Wichtig ist auch, die Verunreinigung des Grundwassers mit Fäkalien zu verhindern. Diese lösen die hier oft tödlich endende Cholera aus“, sagt er.

Deswegen arbeitet er an der Sanitäranlage einer Grundschule in der Nähe von Beira, die durch „Idai“ zerstört wurde, um die Brunnen zu reinigen und wieder instand zu setzen. „Nur so kann die Versorgung der Bevölkerung auch nach unserer Heimreise sichergestellt werden.“

Auch wenn die Menschen in Mosambik eine deutlich schlechtere Trinkwasserqualität gewohnt seien als die Deutschen und besser damit klarkommen würden, sei das Wasser derart verkeimt, dass es tödliche Krankheiten auslösen könne. Daher müsse das Wasser mechanisch gereinigt, gechlort und aufbereitet werden, bevor es verzehrbar sei.

Einfach mal ein Lächeln

Die Einsatzzeit der Saarländer beträgt insgesamt vier Wochen. In dieser Zeit müssen seine Familie und sein Arbeitgeber auf ihn verzichten. Für deren Unterstützung ist Fournier dankbar. In Mosambik möchte er so viel wie möglich erreichen. Helfen könne jeder – und wenn es nur ein Lächeln ist, das jemand anderen aufmuntert. „Hier vor Ort sehe ich niemanden, der mit hängendem Kopf rumläuft“, sagt Markus Fournier. „Egal, mit welcher Aufgabe man eingesetzt wird, freuen sich die Menschen und sind dankbar. Das bedeutet mir mehr als irgendeine Urkunde oder ein Abzeichen.“

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