Symbolbild: Justiz (Foto: SR / Felix Schneider)

Zeuge belastet Angeklagte in Mordprozess schwer

Thomas Gerber   17.02.2021 | 17:03 Uhr

In dem spektakulären Mordprozess ohne Leiche sind die beiden Angeklagten am Mittwoch vor dem Landgericht von einem Zeugen schwer belastet worden. Der 44-Jährige blieb bei seiner Aussage, dass der Hauptangeklagte ihm bereits 1992 von dem Mord an Peter Gregorius erzählt habe. Die Leiche des damals 29-Jährigen wurde trotz intensiver Suche bislang nicht gefunden.

Der Zeuge und der Hauptangeklagte Ralf W. waren Freunde, wobei der heute 44-Jährige den gut zehn Jahre älteren Ralf W. durchaus bewunderte: Partys, schöne Frauen, Sex und Motorräder.

Video [aktueller bericht, 17.02.2021, Länge: 2:44 Min.]
Angeklagte im Mordprozess ohne Leiche schwer belastet

Zwar war es zwischen beiden des Öfteren zu Auseinandersetzungen gekommen, gar zu einer Messerstecherei - trotzdem traf man sich immer wieder Mal bei reichlich Alkohol und Drogen. Dabei soll Ralf W. gleich mehrfach von der Tat berichtet haben, mindestens ein Mal sei man auch gemeinsam an die Stelle im Wadgasser Wald gefahren, wo Gregorius verscharrt worden sein soll, um ihm bei einer Flasche Sekt zu gedenken.

Strafanzeige 30 Jahre nach mutmaßlichen Mord

Mordprozess ohne Leiche: Angeklagte von Zeugen schwer belastet
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 17.02.2021, Länge: 01:07 Min.]
Mordprozess ohne Leiche: Angeklagte von Zeugen schwer belastet

Erst im vergangenen Mai ging der Zeuge dann zur Polizei, erstattete Strafanzeige. Warum er 30 Jahre die Sache für sich behalten hat? Diese Frage konnte der Zeuge am Mittwoch nicht so recht beantworten.

Davon aber und nicht zuletzt von der Glaubwürdigkeit seiner Aussage hängt in den Verfahren vieles ab. Der 44-Jährige hat seit Jahrzehnten ein Suchtproblem. Seine Ex-Frau berichtete, dass er hin und wieder an Realitätsverlust gelitten habe. Andererseits sei er aber auch kein Märchenerzähler - keiner der Geschichten erfinde, um sich aufzuspielen. Der Prozess wird Mitte März fortgesetzt.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 17.02.2021.

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