Unfall in Saarwellingen (Foto: Rolf Ruppenthal)

Mordanklage nach tödlichem Unfall in Saarwellingen

  08.08.2018 | 09:53 Uhr

Nach dem tödlichen Unfall in Saarwellingen im vergangenen Jahr hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken Anklage wegen des Verdachts des Mordes erhoben. Der 26-jährige Fahrer soll durch seine "rücksichtslose Fahrweise" tödliche Verletzungen anderer zumindest billigend in Kauf genommen haben.

Bei dem Unfall in der Saarwellinger Ortsmitte am 23. August vergangenen Jahres war der 26-Jährige mit seinem VW Golf ungebremst auf das Fahrzeug einer 42-Jährigen aufgefahren. Die Frau und ihre 12-jährige Tochter wurden dabei so schwer verletzt, dass die Frau noch an der Unfallstelle und ihre Tochter später im Krankenhaus verstarben.

Bei 130 km/h mit Whatsapp kommuniziert

Studiogespräch: "Er wird den Mordvorwurf zurückweisen"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Thomas Gerber/Nadine Thielen, 08.08.2018, Länge: 03:36 Min.]
Studiogespräch: "Er wird den Mordvorwurf zurückweisen"

Der 26-Jährige hatte nach dem Unfall erklärt, er leide an einer Epilepsieerkrankung und habe kurz vor dem Unfall einen Krampfanfall erlitten. Die Staatsanwaltschaft ist sich allerdings sicher, diese Behauptung durch Zeugenaussagen, ein Dash-Cam-Video und Gutachten widerlegen zu können.

Vielmehr soll der Golffahrer schon vorher durch seine rücksichtslose Fahrweise aufgefallen sein. In der Ortsmitte soll er mit mindestens 130 km/h unterwegs gewesen sein und dabei noch mit Whatsapp kommuniziert haben. Kurz vor dem tödlichen Unfall hatte er demnach schon zwei Fahrzeuge überholt und war dabei nur knapp einer Kollision entgangen.

Video [aktueller bericht, 08.08.2018, ab Minute 12:49]
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Trotzdem habe er die Fahrt mit unvermittelter Geschwindigkeit fortgesetzt und war letztlich auf das Auto der 42-Jährigen aufgefahren. Dadurch wurde deren Fahrzeug von 40 km/h auf knapp 100 km/h beschleunigt und gegen ein Haus und einen Treppenaufgang geschleudert.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 08.08.2018 berichtet.

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