Justizia (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Staatsanwalt fordert lebenslange Freiheitsstrafen

Thomas Gerber / Onlinefassung: Kasia Hummel   10.12.2021 | 16:28 Uhr

Die Staatsanwaltschaft hat im Prozess um den mutmaßlichen Mord an dem seit 30 Jahren verschwundenen Peter Gregorius am Freitag auf Mord plädiert und für die zwei Angeklagten lebenslange Freiheitsstrafen gefordert. Die Verteidiger beantragten jeweils Freispruch.

Im Prozess um den mutmaßlichen Mord an dem seit 30 Jahren verschwundenen Peter Gregorius aus Völklingen hat die Staatsanwaltschaft am Freitag auf schuldig plädiert. Die beiden noch verbliebenen Angeklagten hätten Gregorius 1991 unter einem Vorwand in ein Waldstück bei Wadgassen gelockt und dort heimtückisch ermordet. Ein dritter Beschuldigter hatte sich Anfang des Jahres in seiner U-Haft-Zelle das Leben genommen.

Video [aktueller bericht, 10.12.2021, Länge: 2:19 Min.]
Gregorius Prozess: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haftstrafe

Verteidiger plädieren auf Freispruch

Während die Staatsanwaltschaft von der Schuld der beiden Angeklagten überzeugt ist, sah es bei den beiden Verteidigern ganz anders aus. Sie plädierten jeweils auf Freispruch: Ihrer Ansicht nach gibt es kein einziges objektives Beweismittel und die Anschuldigungen basieren lediglich auf Zeugen vom Hörensagen.

Bekannten hatte der Hauptbeschuldigte Ralf W. in den vergangenen Jahren wiederholt den mutmaßlichen Mord geschildert. Bei diesen Erzählungen könne es sich auch um reine Prahlerei gehandelt haben, so die Verteidiger. Zudem, habe Alkohol meist eine große Rolle gespielt. Ungewöhnlich für einen Strafprozess.

Staatsanwaltschaft spricht von Mord

Der Vertreter der Nebenklage, der Anwalt der Ex-Frau von Gregorius, wurde noch deutlicher und sprach von „Dummschwätzerei“. Zwar sei insbesondere W. moralisch schuldig und sei vermutlich auch für den Tod von Gregorius verantwortlich. Es könne sich aber auch um einen Unfall oder um Totschlag gehandelt haben, und der wäre verjährt.

Die Staatsanwaltschaft jedoch forderte für beide Angeklagte lebenslänglich wegen eines heimtückischen Mordes. Mit seinen Erzählungen habe W. nicht prahlen, sondern sein Gewissen erleichtern wollen. Das Landgericht wird das Urteil am 21. Dezember verkünden.

Über dieses Thema berichteten auch die SR-Hörfunknachrichten am 10.12.2021.

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