Der teilweise vom Erdschatten verdunkelte Vollmond steht am über einem Wald (Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand)

Blutmond für Frühaufsteher

mit Informationen der dpa   21.01.2019 | 08:00 Uhr

Frühaufsteher konnten am Montagmorgen eine totale Mondfinsternis beobachten. In der Hauptrolle des seltenen Himmelschauspiels: der Blutmond.

Blutmond vom Halberg aus gesehen. (Foto: Julia Becker)
Blutmond vom Halberg aus gesehen.

Wer Montagmorgen noch vor Sonnenaufgang aus dem Bett krabbelte, konnte den Vollmond rötlich schimmern sehen - auch das Wetter spielte mit. Von 5.41 Uhr an lag der Mond etwa eine Stunde lang komplett im Kernschatten der Erde. Da er gerade auf einem besonders erdnahen Abschnitt seiner in etwa elliptischen Bahn ist, erschien er zudem besonders groß.

Zu einer Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond kommen. Sonne, Erde und Mond liegen bei dieser Finsternis genau auf einer Linie. Gegen 4.34 Uhr ging es los: Der Vollmond rückte langsam in den Kernschatten der Erde. Das sehe tatsächlich so aus, als würde sich der Mond von einer Seite her langsam verdunkeln, sagt Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg. Um etwa 5.41 Uhr war der Mond dann vollkommen im Kernschatten verschwunden.

Eine Stunde Blutmond

Allerdings war er dann nicht komplett schwarz, sondern leuchtete rötlich - weshalb er umgangssprachlich "Blutmond" genannt wird. Denn die Sonnenstrahlen werden in der Atmosphäre der Erde gebrochen und nur die roten gelangen zum Mond. "Deshalb entsteht diese rötliche Färbung", erklärt Liefke. Je nach Zusammensetzung der Atmosphäre - etwa der Menge an Staubteilchen und Wolken - fällt sie bei jeder Finsternis etwas anders aus.

Etwa eine Stunde lang konnte der rötliche Vollmond bestaunt werden, bevor er um 6.44 Uhr wieder langsam aus dem Kernschatten herausrückte. Um 7.51 Uhr war das Spektakel auch schon wieder vorbei und der Erdtrabant komplett aus dem Kernschatten herausgetreten. Ein paar Minuten später ging er tief im Westen unter.

Für alle, die das Himmelsereignis verschlafen haben: Zwei richtig gut von Deutschland aus zu sehende totale Mondfinsternisse werde es erst Silvester 2028 und in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2029 geben, schreibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Zuvor können von Deutschland aus allenfalls kurze Abschnitte solcher Ereignisse beobachtet werden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 20.01.2019 berichtet.

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