Der Eingangsbereich zu der Klinik für Kinder- und Jugendpsychatrie des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg (Foto: picture alliance/Oliver Dietze/dpa)

Keine Ermittlungsverfahren gegen Klinikverantwortliche

Thomas Gerber   28.08.2019 | 14:30 Uhr

Die Strafanzeigen von Opferanwältin Claudia Willger im Missbrauchsskandal an der Homburger Uniklinik sind allesamt ins Leere gelaufen. Wie die Staatsanwaltschaft dem SR mitteilte, ergab sich in keinem Fall der Anfangsverdacht für eine „verfolgbare Straftat“.

Es habe keine zureichenden Anhaltspunkte gegeben, die es nach „kriminalistischer Erfahrung als möglich erscheinen“ ließen, dass eine Straftat vorliegen könnte. Laut Staatsanwaltschaft waren die Hinweise und Gerüchte über pädophile Neigungen des Arztes zum damaligen Zeitpunkt nicht konkret genug.

Willger hatte in ihren Strafanzeigen den Verdacht geäußert, dass frühzeitig Hinweise auf mögliche pädophile Neigungen des Assistenzarztes vorgelegen hätten. Diese seien von den Verantwortlichen der Uniklinik und der Kinder- und Jugendpsychiatrie ignoriert worden.

Strafanzeigen gegen Leiter Kinderpsychiatrie

Der Arzt habe so trotz der Hinweise weiter Kinder und Jugendliche behandeln und mutmaßlich sexuell missbrauchen können. Die Beschuldigten hätten sich dann möglicherweise der „unterlassenen Hilfeleistung“ oder Körperverletzung schuldig gemacht. Die Strafanzeigen richteten sich gegen den Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie Professor von Gonthard, eine seiner Oberärztinnen sowie gegen die Justitiarin der Uniklinik.

Die Einleitung von Ermittlungsverfahren wurde jetzt ebenso abgelehnt wie im Fall der damals ermittelnden Staatsanwältin. In ihrem Fall hatte die Generalstaatsanwaltschaft bereits vor einigen Wochen den Verdacht einer Straftat verneint.


Mehr zum Thema

Einstimmige Entscheidung im Landtag
U-Ausschuss prüft Missbrauchs-Skandal
Der Landtag hat einen Untersuchungsausschuss zum Missbrauchs-Skandal an der Uni-Klinik in Homburg eingesetzt. Die Abgeordneten votierten einstimmig für den entsprechenden Antrag.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.08.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja