Uniklinik Homburg (Foto: SR)

Ablösung des kaufmännischen Direktors gefordert

mit Informationen von Barbara Spitzer   22.06.2021 | 19:56 Uhr

Als Folge des mutmaßlichen Missbrauch-Skandals von Kindern an der Homburger Uniklinik fordern SPD und Linke im Landtag die Ablösung des kaufmännischen Direktors der Klinik, Ulrich Kerle.

Kerle, der Mitglied im Vorstand des Uniklinikums ist, hatte zuvor als Zeuge im Untersuchungsausschuss des Landtags eine Pflichtverletzung im Amt eingeräumt. Er habe entgegen der Vorschriften das Sozialministerium nicht über die Strafanzeige gegen den Assistenzarzt wegen Kindesmissbrauchs informiert.

Linke hält Kerle für unglaubwürdig

Die Linke hält Kerle deshalb für unglaubwürdig und nicht mehr tragbar. Die SPD fordert, jenseits von Kinderschutzkonzepten auch die damals Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die CDU wollte sich der Forderung nach der Ablösung Kerles nicht direkt anschließen. Trotzdem könnte der U-Ausschuss so kurz vor Abschluss seiner Arbeit doch noch die Klinikaufsicht in der Staatskanzlei unter Zugzwang bringen.

Video [aktueller bericht, 22.06.2021, Länge: 3:32 Min.]
Missbrauch-Skandal: Ablösung des kaufmännischen Direktors gefordert

Missbrauch über Jahre?

Der inzwischen verstorbene Assistenzarzt Matthias S. soll im Universitätsklinikum in Homburg über Jahre etliche Kinder sexuell missbraucht haben. Er erster Verdacht kam bereits 2011 auf. Erst 2019, mehrere Jahre nach dem Tod des Assistenzarztes, wurden die Fälle der Öffentlichkeit bekannt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 22.06.2021 berichtet.

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