Vatikan  (Foto: dpa/Zentralbild/euroluftbild.de/bsf swissphoto)

Reaktionen auf Missbrauchsgipfel

Oliver Buchholz   25.02.2019 | 09:15 Uhr

Vier Tage lang haben im Vatikan die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen mit dem Papst über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche beraten. Die Erwartungen an diesen Missbrauchsgipfel waren vor allem bei Opferverbänden hoch. Heraus kam die Forderung nach einem Mentalitätswechsel.

Was bleibt? - Die Kirche nach der Missbrauchskonferenz
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Was bleibt? - Die Kirche nach der Missbrauchskonferenz
Drei Tage lang hatten sich die Vorsitzenden der Bischofskonferenz im Vatikan zum Thema Kindesmissbrauch in der Kirche ausgetauscht. Es gab enorme Erwartungen an das erste Spitzentreffen dieser Art. Zum Ende der Konferenz hat der Papst nun einen Sieben-Punkte-Plan vorgestellt - konkrete Maßnahmen aber ist er schuldig geblieben, wie Jörg Seisselberg aus Rom berichtet.

Der Vatikan wertet den Missbrauchsgipfel als Erfolg. Die Thematik stehe nun ganz oben auf der Prioritätenliste der katholischen Kirche. In seiner Abschlussrede hat Papst Franziskus Geistliche, die sexuellen Missbrauch begehen, als „Werkzeuge des Teufels“ bezeichnet. Wenige Stunden nach Ende des Gipfels hat der Vatikan weitere Maßnahmen versprochen. Es soll ein Praxishandbuch zum Umgang mit Missbrauch erstellt und eine Task-Force im Vatikan zusammengestellt werden.

Der Trierer Bischof und Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, begrüßt den angekündigten Mentalitätswechsel. Die Strukturen der Kirche vollkommen umzukrempeln, hält er jedoch nicht für notwendig, sagte er am Sonntagabend in der Sendung „Anne Will“. Der Missbrauchsskandal beruhe auf dem Vergehen einzelner.

Opfer-Initiative spricht von einer "Farce“

Kommentar: "Der Missbrauchsskandal ist ein Symptom, nicht die Ursache"
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Kommentar: "Der Missbrauchsskandal ist ein Symptom, nicht die Ursache"

Wer sich von dem Bischofstreffen konkrete Maßnahmen, wie eine Änderung des Kirchenrechts zur härteren Strafverfolgung oder die Abschaffung des Zölibats erhofft hat, wurde enttäuscht. Die Opfer-Initiative im Bistum Trier, "MissBiT", spricht von einer "Farce". Vor allem, dass Bischöfe, die Missbrauch vertuscht haben, nicht zur Rechenschaft gezogen würden, mache Betroffene wütend.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 25.02.2019 berichtet.

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